Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Die diesjährige Orangensaison [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 180 (sequence 1)
- Language
- German
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180 Die diesjährige Orangensaison. Obwohl die diesjährige Orangensaison in Palästina sich bereits ihrem Ende nähert, so lassen sich doch noch keine endgültigen Ergebnisse feststellen. Bis Anfang Februar wurden ins Ausland 1,091.487 Kisten versandt, gegen 1,087,022 in derselben Periode des Vorjahres. Diese Zahlen schließen natürlich nicht die nicht in Kisten verpackten Orangen ein, die nach Aegypten exportiert wurden. Die Pflanzer hoffen, daß der Gesamtexport des laufenden Jahres 1,900.000 Kisten erreichen wird gegen 2,250.000 im Vorjahre. Eine der wichtigsten noch zu lösenden Fragen ist die der Organisierung des Verkaufes. Der Mangel an Organisation hat auch dieses Jahr große materielle Schäden verursacht. Die Früchtekontrolle. Gegen die neue Verordnung (siehe Nr. 1/2, S. 89), haben arabische Exporteure Protest erhoben. Hierauf wurde entschieden, daß die Kontrolle zwar aufrecht bleibt, daß aber die Exporteure nach ihrer Wahl die Früchte entweder während der Verpackung oder vor Verladung im Hafen zur Kontrolle anmelden können. Export von Wassermelonen. Dieser hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Er betrug: Tonnen Wert in äg. Pfd. 1925 29.458 127.056 1926 31.381 101.602 1927 36.650 112.242 Wie ersichtlich, ist die Wertziffer gefallen, weil die Preise rückgängig blieben. Die Tonne kostete 1925: 4.30, 1927: 3,06 äg. Pfd. Jedenfalls sind die Melonen ein wichtiger Artike) in der landwirtschaftlichen Ausfuhr Palästinas. Zolltarif. In einem Beiheft zu Nr. 1/1928 des „Commercial Bulletin'' ist der vollkommene Text sämtlicher Zoll- und Gebüihrengesetze sowie der geltende Tarif abgedruckt, ferner eine Liste der wichtigsten Importeure und ^Exporteure. ZolitaiHbeschwerden. Wir haben in Nr. 12/1927 (S. 590 und 602) über den neuen Zolltarif kurz berichtet. Während die Industrie in zahlreichen Positionen eine Verbesserung des bisherigen Zustandes sieht, werden zahlreiche Klagen über andere Sätze laut. A. Evseroff, Direktor von „Alischar we Taassiah'*, schreibt in deren Blätter darüber: Die Zolleinnahmen machten 1925 33% der Einnahmen der Regierung aus — gegen 8—13% in den großen Industriestaaten. Daher ist in Palästina die Zollfrage leider eine fiskalische, trotzdem ist das Departement für Zölle mit dem für Handel und Industrie, die beide widerstreitende Interessen vertreten haben, in eines zusammengezogen Bezüglich zu hoher Zollsätze führt E. einzelne Artikel an, ähnlich tut es W. Jabotinsky im ,,Hajnt". Die Schokoladenindüstrie mit Hunderten von Arbeitern, führt seit Jahren einen vergeblichen Kampf wegen Ermäßigung des Zuckerzolles von 70% des Wertes, indessen das Fertigprodukt, Schokolade, nur mit 20% geschützt ist. An Schachteln für Schokolade und anderen Produkten ist ein Bedarf von 5000 Pfd. pro Monat. Aber auf Karton, das Rohmaterial, liegt derselbe zwölfprozentige Zoll, wie auf Schachteln, Papier zahlt den gleichen, während Bücher zollfrei sind, was die Entwicklung der anssichtsi eichen Druckereiindustrie hemmt. Der Zoll auf Leder ist 12 bis 25%, fertige Schuhe zahlen aber nur — 3%! An Alkohol für industrielle Zwecke verbraucht das Land für H Mill. Pfund. Es ist in Palästina eine Ueberproduktion davon ve.rhanden. Aber der Zoll ist nur 8 Pfd, per Tonne, die Steuer auf inländischen 24. (Diese Angabe 'st nicht verständlich. Nach dem neuen Zoltarif Pos. 94, zahlt denaturierter Alkohol 15 Pfd. per Tonne. Außerdem schreibt die neue Spiritusakziseverordnung die Einhebung doppellen Zolls vor, erhöht aber andererseits die Abgabe auf inländischen auf 85 Pfd. — - Die Red.) Wie wir hören, hat Direktor Stead des erwähnten Departments den Industriellen eine neue Prüfung ihrer Wünsche zugesagt. — Nach einem Bericht von ,.Palestine and Near East" Nr. 3 fand kürzlich in Tel-Aviv ein Meeting der Ind.isiriellen statt, bei dem der Zolldirektor, M. Stead. anwesend war. Es wurde verlangt: Zcllfreiheit für Rohmaterialien der weiterverarbeitenden Industrien, wie z. B. Glukose, Kondensmilch, Farben, Kakaobutter und Packpapier, gewisse Ledersorten etc., ferner Zucker, soweit er für Produkte, die exportiert werden, verwendet wird, Regelung der Zollrückvergütungen bei Export, Erhöhung des Zolles auf Schokolade, Zuckerwaren, Makkaroni, Ziegel, Wirk- und Strickwaren, Regelung des Zolles auf die unterschiedlichen Papiersorten — Industrie und Konfektion — Mr. Stead sagte wohlwollende Erwägtrng zu und machte einige Einwendungen, — Nach dem Verlaul dieser Besprechung ist zu erwarten, daß in Kürze eine Zusatzverordnung mit vielen Erleichterungen für die palästinensische Industrie erscheinen wird.