Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Palästina-Anleihe und Zehent [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 176 (sequence 2)
- Language
- German
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176 Palästina verwendet werden sollen, während vom Rest eine Million Pfund als Zahlung für die Uebernahme der Eisenbahnen von der Britischen Militärverwaltung und die verbleibende Summe für Rückzahlungen von Vorschüssen der Kronagenten verwendet wird. Viele Freunde Palästinas, wird ausgeführt, hätten gewünscht, daß die Zahlungen an die Britische Militärverwaltung zurückgestellt würden, bis mittels neuer Investitionen bessere wirtschaftliche Bedingungen in Palästina geschaffen seien. Die Brittische Regierung habe sich einem anderen Mandatsland gegenüber, nämlich im Irak, wesentlich großzügiger gezeigt. — Das Blatt erörtert ferner die neue Verordnung der Regierung, durch die der Oberkommissär ermächtigt wird, in bestimmten Bezirken anstatt der bisherigen Oschersteuer (Zehent) die Zahlung eines festen jährlichen Betrages anzuordnen. Dieser neue Modus ist bisher probeweise in 63 Dörfern durchgeführt worden und soll im neuen Jahr in weiterem Umfang Anwendung finden. (Siehe unsere Mitteilung darüber Heft 12/1926, S. 597. D.Red.) Die Zeitung stellt fest, daß der neue Modus in keiner Weise als eine Reform des bestehenden Zustandes anerkannt werden könne. Die neue Regelung habe für die Regierungsfinanzen den Vorteil, daß diese nunmehr eine feste, nicht von den Ernteergebnissen abhängige Einnahme hätten, während der Bauer jetzt auch im schlechten Ernte jähr denselben Betrag zahlen müßte, wie im guten. Die schwerste Ungerechtigkeit der bisherigen Besteuerungsreform, nämlich die übertrieben hohen Schätzungen, würden den zukünftigen festen Steuersätzen zugrunde gelegt, also unabänderlich gemacht. Eine Berechnung halbe ergeben, daß in Aegypten pro Kopf der Bevölkerung ein Pfund an landwirtschaftlichen Steuern zu zahlen sei, in Palästina dagegen drei Pfund. Die neue Verordnung erleichtere also in keiner Weise die Last des Steuerzahlers, was angeblich die Haupttendenz der Regierung gewesen sei; im Gegenteil, sie verewige die Ungerechtigkeiten des früheren Systems. Der Artikel weist sodann auf die Reformvorschläge in Granovskys neuem Buch hin. Die Fmanzgebarung. Der Budgetentwurf für 1928. Dieser wurde soeben publiziert. Die Ausgaben sind mit 2,443.677, die Einnahmen mit 2,322.935 palästinensischen Pfund angegeben (da ei» paläst. Pfund gleich ist einem englischen, so werden wir fortab nur mehr von „Pfund" sprechen). Das veranschlagte Defizit beträgt daher 120.000 Pfund. — Die wichtigsten Posten der Ausgaben sind: Polizei, Gefängniswesen, Grenzschutztruppe........ 529.580 Oeffentliiche Arbeiten ................. 373.654 Erziehung........................ 143.619 Gesundheitswesen ................... 105.460 Landwirtschaft und Aufforstung ............. 65.468 ferner für Schuldendienst ................ 175.000 Wie aus dieser Aufstellung ersichtlich, nehmen für 1928 die öffentlichen Arbeiten den zweiten Platz ein. Infolge der vielen, von der Regierung unternommenen Arbeiten zur Behebung der Arbeitslosigkeit für gleiche Zwecke, wurde — nach einer Aufstellung von A. Evseroff in „Mischar we Taasiah" Nr. Ii—3/1928 — ausgegeben (1928 palästinensische Pfund, sonst ägyptische): 1923/24 1924/25 1905/26 1926/27 1. IV.—31. XII. 1927 1928 143.877 150.495 211.647 311.131 244.500 373.654 Budget 1927. Wie bekannt, ist früher das Finanzjahr der Regierung vom 1. April bis 31. März gerechnet worden. Um für 1928 mit 1. Jänner beginnen zu können, ist 1927 das Budget für 9 Monate: 1. April bis 31. Dezember zusammengefaßt worden. Die Einnahmen betrugen in diesem Zeitraum (alles noch in ägyptischen Pfunden) 947.630 (Vorjahr 1,038.856). Die Ausgalben 991.463 (Vorjahr 978.490). Defizit 13.000 (Vorjahr Ueberschuß 16.000). Den größten Rückgang weisen die Zolleinnahmen auf, ca. 50.000 Pfund oder 12K%. Die Erhöhung der Ausgaben betrifft vornehmlich Polizer und Gefangenhauswesen, 18.000, und Erziehung, 12.000, letzteres ist ungefähr der Betrag, um den die Subvention für das hebräische Schulwerk erhöht worden ist (siehe die folgende Aufstellung). Das ErziekiMigsbudget, In einer Studie von A. Evseroff in Nr. 1/1928, von „Palestine and Near East", gibt der Autor eine interessante Zusammenstellung der von der Regierung und von den Juden aufgewendeten Kosten für Erziehung, wie nachstehend (alles in ägyptischen Pfund): 1921/22 1922/23 1923/24 1924/25 1925/26 1926/27 Regierungsbudget . . . . /....... 88.150 89.232 97.278 100.099 101.392 116.810 Zion. Organisation u. jüd. Bevölkerung 150.469 107.396 96.012 103.352 161.148 175.566 Subv. d. Reg. an Schulen d. Zion. Exek. 2.647 2.517 2.255 2.664 4.870 14.740