Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Die Unruhen an der Grenze [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 173 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Heiligen Krieg erklärt habe, wie manche Zeitungen berichteten, wird von England dementiert, ist auch nicht wahrscheinlich, weil dieser nur van einem Kalifen verkündet werden kann. Auffällig ist, daß auch Amgri.Ee auf Koweit, das in englischem Besitz sieht, vorkamen, England hat Ihn Saud Verhandlungen und scheinbar auch die Wiederaufnahme der Zahlung von Subsidien angeboten. Zur Zeit, als diese Zeilen in Druck gehen (Anfang März) ist noch keine Klarheit über die wahre Sachlage vorhanden. Öffentliche Verwaltung. Das Zivilgesetzbuch in hebräischer Sprache. Der Richter am Obergericht, Gad Frumkin, hat das türkische Zivilgesetzbuch (Mejelleh), das, wenn auch vielfach aäBendiert, noch in Geltung steht, ins Hebräische übertragen. In der Vorrede weist der Autor auf die zahlreichen Gemeinsamkeiten von mohammedanischem und; jüdischem Recht hin. Dem Buch ist ein hebräisch - arabisches Wörterbuch für die juristischen Ausdrücke beigegeben. Di'e Kosten der Drucklegung trug die Regierung. Rutenberg-Konzession. Diese wurde kürzlich auch im Amtsblatt von Transiordanien veröffentlicht. Angeblich sollen die Städte Amman, Es Salt und Kir Moab ausgenommen sein. Bestätigung ist abzuwarten. — Wie verlautet, verhandelt Rutenberg mit Mavromitis, dem Inhaber der Konzession für Jerusalem wegen deren L?ebernahme, Die Tote Meer - Konzession. Die Vorgeschichte der Erteilung. Die der britischen Regierung nahestehende „The Near East and India" (London) bringt in ihrer Ausgabe vom 12. Jänner eine spezielle Palästinabeilage mit einem Artikel über die Geschichte und Aussichten des Projektes der Ausbeutung der Toten Meer-Schätze, dem wir folgendes entnehmen: Die Aufmerksamkeit der Britischen Regierung wurde bald nach der militärischen Okkupation Palästinas im Jahre 1918 durch Major T. C. Tulloch, dem früheren Leiter des Chemischen Forschungs-Departements in Woolwich, auf das Problem der Sallz- \md Kaligewinnung aus dem Toten Meer gelenkt. Es wurden dann an Ort und Stelle durch Herrn Brock, dem Leiter des Geologischen Vermessungs-Institutes von Canadia, chemische Untersuchungen des Wassers vorgenommen. Unterdes wurden auch durch Herrn M. A. Novomejsky, einem Bergbau-Ingenieur Mnd Chemiker, jetzt palästinensischer Bürger, gründliche Untersuchungen der Tote-Meer- Salze sowie auch der Art ihrer Gewinnung durchgeführt. Sein Interesse an dieser Sache war geweckt, als er zum erstenmal eine Analyse des Tote-Meer-Wassers sah. In einem anderen Teile der Welt mit der Gewinnung von mineralischen Salzen durch Verdampfung tNatrium-Sulphate, Magnesium und gewöhnliche Salze) beschäftigt, erkannte er d^n Wert «ier im Wasser des Toten Meeres vorhandenen Salze und die Möglichkeit ihrer Nutzbarmachung. Im Jahre 1911 schon hatte er Palästina besucht, eine Vermessung des Toten Meeres vorgenommen ünd Wasser für Analysen und Experimente mit sich genommen. Seit dem Jahre 1920, seinem zweiten Besuch in Palästina, beschäftigte ihn die Sache ausschließlich. Englische und amerikanische Sachverständige äußerten sich 5hm gegenüber günstig über das Projekt. 1924 interessierte sich eine starke amerikarresche Gruppe dafür. Seit dem Jahre 1923 zog die Palästina - Regierung eine Reihe von Gutachten über die Möglichkeiten und Aussichten 'einer Ausbeutung der Tote Meer - Schätze ein. Im Jahre 1924 wurden weitere Forschungen durch eine besondere, durch den Staatssekretär für die Kolonien in London ernannte Experten - Kommission vorgesommen unter der Leitung des Kron-Agenten, Sir Henry Lambert, die die Resultate ihrer Arbeiten in folgenden Leitsätzen niederlegte: Ä) 1. Vom technischen Gesichtspunkt aus gibt es keine unüberwindlichen Schwierigkeiten für die Gewinnung von Kali aus dem Toten Meere in einer Quantität von ungefähr 100.000 Tonnen Oblorkalium jährlich, 2. Durch natürliche Verdunstung kann ein Produkt gewonnen werden, das über 70 Prozent Chlorkaliium enthält, 3. Unbegrenzte Mengen von gewöhnlichem Salz und Magnesium - Chlorid können gewonnen werden. 4. Ein entsprechendes Areal von Land für die Einrichtung von Verdunstungs- Bassins für diese Produktion ist verfügbar. 5. Dieses Areal könnte, wenn es auch gegenwärtig ungesund ist, durch entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen bewohnbar gemacht werden.