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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 172

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Die Führer [Nachricht]
Date
1928-03-01
Page
Seite 172 (sequence 2)
Language
German
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172 imstande sein soll, eine richtige Rede zu halten. Auch Afif-Aschur. der aus einer großen Familie in Nablus stammt, ist reich, aiber auch er von mittelmäßiger Bildung und .gesellschaftlicher Stellung. AI al Madi sind gehobene Bauern. Sie haben viel Landbesitz unter der Bauernschaft. Unter ihnen gibt es auch Männer von höherer Bildung und Rechtsanwälte, Die neue Partei. Im „Dawar'* vom 30. Jänner bespricht A&saf die Wandlungen in der arabischen Politik. Zuerst waren die Blätter ,JKarmef' und ,,Mirat el Schwarek" von der extremen Politik abgerückt, was aber noch nicht von Wirkung war. Diese trat erst ein, als „Falestin' umschwenkte. Dieses Blatt ist heute die führende Zeitung der in Opposition zu den Husaini von Issa el-Issa und anderen Führern gegründeten neuen liberalen Partei. Die Diskussion über diese Parteigründumg geht in der arabischen Presse weiter, und es ist von Interesse, daß der des nationalen Verrates bezichtigte Issa el-Issa den verstorbenen ägyptischen Führer Zaglul als (Kronzeugen angeführt und sich mit der Antwort, die dieser den radikalen nationalen Führern in Aegypten gegeben hat, verteidigt; „Habt Ihr denn die Macht, Straffexpeditionen gegen die Engländer zu entsenden, sie ins Meer zu drängen? Ich weiß, daß Ihr dazu nicht stark genug seid. Seid darum auch nicht wie Knaben und versteht, daß das einzige Mittel, das wir benützen können, das der Verhandlungen mit England ist." In diesem Sinne führt der „Falestin" auch die Feder in den übrigen aktuellen Fragen der palästinensischen Politik und er schiebt die Schuld und die Verantwortung für die ungünstige Lage der Araber Palästinas im Vergleiche zu den politischen Erfolgen der Araber in den Nachbarländern vor allem auf die arabischen Führer in Palästina. Die Regierung dagegen, die die Balfour - Erklärung verwirklichen mußte, sei frei von Schuld. Die Gegnerschaft von „Falestin" gegen den Zionismus ist jedoch nicht geringer geworden; hierin sind alle arabischen Zeitungen einig. Anscheinend sind auch die Husaini von der neuen Entwicklung beeinflußt und sie kämpfen jetzt für Einsetzung eines Parlaments (während sie früher die non Cooperation, predigten. Die Red.). Jedenfalls ist nun der Boden für die Annahme eines Vorschlages der Regierung an die Araber in bezug auf den gesetzgebenden Rat vorbereitet. — Einer Mitteilung unseres Mitarbeiters, Ernst Davis, Jerusalem, zufolge werden der neuen Partei Beziehungen zum syrisch - palästinensischen Komitee in Cairo nachgesagt, dem ihre Gründung zu verdanken sei. Dieses Komitee, bisher unter Führung der reichen Familie Lutfallah. strebt eine Vereinigung Palästinas und Syriens an unter ein?rn künftigen arabischen Königtum. Allerdings aspirierten auf diesen Thron außer den Lutfallah auch zwei Brüder von König Feisal, AM und Said, sowie der frühere Scherif von Mekka, Ali Haidar, Die Unruhen an den Grenzen. Seit der Wahabitenherrscher, Köni£ Ihn Saud das Hedjas erobert und den Scherif Hussein vertrieben hat, sind Einfälle der Wahabitenstamme in Transjordanien und Irak an der Tagesordnung. Sie werden teils der Feindseligkeit Ibn Sauds gegen, die haschimitischen Herrscher dieses Landes. Abdallah und Feisal, zugeschrieben, teils den re'Bgiösen Differenzen, teils Stammesfehden. In letzterer Zeit nahmen diese Unruhen größere Dimensionen an und England rüstet zur Verteidigung seiner beiden Mandatsländer. Die arabische Zeitung ,.Um al Qura,£, die als offiziöses Organ Ibn Sauds gilt, gibt für die gegenwärtigen feindseligen Akte der Wahabitenstämme folgende Gründe an; Bau von Grenzforts seitens der Irakregierung entgegen den Verträgen, Artikel der Zeitungen des Irak, die behaupten, die Veranlassung zu diesen Bauten wäre, daß im Nedschd sich Aufstände gegen Ibn Saud ereignen, die den Irak mitziehen könnten. Die Irakregierung stachelt ferner die Stämme im Nedschd zum Aufstand auf, doch würden diese, wenn sie losziehen, gegen Irak kämpfen und nicht gegen ihren eigenen Herrscher. Dieser habe sich in ähnlichen Fällen, wie dem des Scheichs Yusuf Sadun, loyal verhalten, ebenso seine Unterfeldherren. z. B. der Emir von Hail, indes sich die Regierung des Irak nicht korrekt benahm; Im Nedschd wurden die eigenen Stämme, wenn sie Ueberfälle im Irak machten, bestraft, wenn sie dann nach dem Irak flüchteten, wurden sie dort mit Ehren aufgenommen. Den Grund der Feindseligkeiten mit Transjordanien gibt der wahabitische Scheich Feisu'l AI Dowisch, der mit den Raids in dieses Land begonnen hat, in einem Brief an die Bewohner von Maan und Akaba dahin an, daß er diese Städte als zum Hedjas gehörig ansehe und deshalb Tribut von ihnen verlange. — Bekanntlich hat England mit Ibn Saud am 20. Mai 1927 einen Vertrag geschlossen (siehe Nr. 10/11 1927, S, 544), in dem dieser zwar die formelle Annexion der beiden Städte durch Transjordanien nicht anerkennt, aber auch keinen Protest dagegen erhebt. Nach einer neuen Meldung des „AI Yarmuk'* hätte Dowisch Mitte Februar den bekannten Beduinenstamm der Beni Sackr in Transjordanien angegriffen, wobei beiderseits über 100 Mann fielen. — Daß Ibn Saud dem

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