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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 121

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Die Aussichten der Metallindustrie in Palästina
Date
1928-03-01
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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121 Die Aussichten der Metallindustrie in Palästina. Von Ing. Sam, Arje, Tel-Aviv. Der Autor hat im Auftrag der Zion. Exekutive die in Palästina bestehende Metallindustrie /genau untersucht und -darüber einen umfangreichen Bericht erstattet. Am Schlüsse desselben erörtert er die Aussichten einer Erweiterung dieser Industrie. Wir bringen die betreffenden Abschnitte, die, obzwar aus einem umfangreichen Gutachten stammend, doch trotz hie und da vorkommender Hinweise auf hier nicht abgedruckte Kapitel, ein abgeschlossenes Ganzes bilden. Die Red. Verkauf der erzeugten Fabrikate, Es ist merkwürdig, daß die Organisation des Verkaufes in der hiesigen Industrie besonders mangelhaft ist. Man beobachtet oft metallverarbeitende Betriebe, die in ihrem Aufbau und in den erzeugten Fabrikaten nicht sehr viel zu wünschen übrig lassen, und die sich trotz doch vorhandener Konkurrenzfähigkeit bisher nicht durchsetzen konnten. Man wäre manchmal geneigt, dies auf mangelhafte Finanzierung allein zurückzuführen. Sieht man aber etwas näher hin, so bemerkt man, daß die jetzige Kapitalknappheit oft die Folge schlechten Wirtschaftens ist. Man bemerkt weiters, daß diese Unternehmungen es nicht verstanden haben, mit dem reichlich vorhandenen Markt recht in Fühlung zu treten. Kommt dies schon bei mittleren Betrieben vor, so ist diese Erscheinung bei den kleinen Gewerbetreibenden besonders häufig zu beobachten. Im Auslande, z. B. in Deutschland, findet man besonders oft sehr kleine Leute, die es verstehen, mit dem fernen Auslande für ihre Entwicklung wichtige geschäftliche Verbindungen anzuknüpfen. Bei uns ist das leider nicht der Fall. Man muß häufig auch über die schlechte kaufmännische Leitung größerer Betriebe staunen. Aber der Großgewerbetreibende muß schon selber für den Absatz seiner Ware zu sorgen wissen, wenn sein Unternehmen existieren soll. Er muß immer über den Marktbedarf auf dem Laufenden sein und ferner auch immer neue einträgliche Geschäftsverbindungen anzuknüpfen suchen. Dabei können ihm die diversen Handelskammern, die dringendst weiter auszubauen wären, durch Erteilung entsprechender Informationen sehr nützlich sein. Anders verhält es sich mit den kleinen Gewerbetreibenden. Da würde es der Entwicklung des Metallgewerbes sehr nützlich sein, wenn ihm ein Organ beim Absatz seiner Ware behilflich sein würde. Dazu wären Verkaufsgenossenschaften, für die Ansätze auch bereits im Lande vorhanden waren, am richtigen Platze. Die von mir in Vorschlag gebrachten Einkaufsgenossenschaften wären so zu organisieren, daß sie gleichzeitig als Verkaufsgenossenschaften fungieren könnten. Sie müßten neben den Berufsvereinen bestehen und mit ihnen Hand in Hand arbeiten. Im übrigen sei auch auf die eigentümliche Lage hingewiesen, die sich im Inlande beim Verkaufe einheimischer Industrieprodukte ergibt. Es zeigen sich da oft Gegensätze zwischen dem einheimischen Produzenten und dem hiesigen Engros - Verkäufer. Es ist ein gewisser Widerstand gegen eine industrielle Landesproduktion zu konstatieren, der gewiß auf materielle Interessen zurückzuführen ist. Der Engros - Verkäufer sieht vor allem, daß bei einer Produktion im Lande seine bisherige Kundschaft,

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