Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Das Problem der Teuerung in Palästina
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 102 (sequence 2)
- Language
- German
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102 statistische Zwecke erhoben und zusammengefaßt, daß einer unkritischen Verwertung starke Bedenken gegenüberstehen. (Der Hauptwert dieses Vorkriegsmaterials liegt heute in seiner Verwendbarkeit für eine historische Preisstatistik.) Zu diesen Schwierigkeiten tritt der Wechsel des vor dem Kriege in Palästina in Geltung gewesenen Geldsystems mit dem ägyptischen und zuletzt dem neuen palästinensischen, so daß bei einer Fortführung des Vergleichs bis auf die Gegenwart drei Währungen zu berücksichtigen sind, resp, die entsprechenden Umrechnungen vorgenommen werden müssen, wobei gewisse Ungenauigkeiten nicht zu vermeiden sind. Trotz dieser Vorbehalte, auf die vor allem bei einer methodischen Einreihung und Verwertung der Vorkriegsziffern Rücksicht zu nehmen ist, stellen die vorhandenen Aufzeichnungen wertvolle Anhaltspunkte zur Beurteilung der seit dem Kriege eingetretenen Preisveränderungen dar und in diesem Sinne werden sie auch in den nachfolgenden Ausführungen und Tabellen benützt. Ruppin gibt zunächst in »Syrien als Wirtschaftsgebiet«*) interessante Ziffern über die Preise in syrischen Städten vor dem Kriege wieder, von denen hier die Preise von Damaskus gebracht werden. Die Zahlen für Damaskus, des syrischen Zentrums, sind jedoch gut geeignet, ein Bild des damaligen Preisniveaus der syrischen Städte und damit eine Einführung in das Preisniveau dieses Teiles des Orients überhaupt zu geben. Die Preise von Damaskus im Jahre 1912 sind gegenüber den außergewöhnlich niedrigen Preisen, die zu Anfang der Jahrhundertwende in den syrischen Städten üblich waren, stark erhöht, obwohl sie im Vergleiche mit den Preisen europäischer Länder niedrig waren. Die Preisbewegung zu Anfang der Jahrhundertwende in Syrien zeigt die gleiche Erscheinung der allgemeinen Aufwärtsbewegung aller Preise, die wir für jene Zeit in allen Ländern feststellen können und die für Deutschland z. B. durch die bekannten Untersuchungen des Vereines für Sozialpolitik, für England durch die Aufzeichnungen des »Economist«, nachgewiesen wurde. Diese Tatsache ist für unsere Untersuchung von Bedeutung, denn die Parallelität dieser Erscheinung in Syrien mit einer internationalen weist darauf hin, wie empfindlich selbst Länder, die abseits der großen Produktionszentren und der Weltmärkte liegen, für die Schwankungen der Weltmarktpreise waren und wie die Preisbildung hier mit der Entwicklung und Bewegung der Weltpreise verknüpft ist. Verbraucher-Preise in Damaskus 1912, Miete für ein Haus von 10 Zimmern mit Küche und Waschhaus, jährlich......... 40—50 Pfund Dienstbotenlöhne, monatlich......... 20—25 sh Männer, Taglohn .............. 30—35 Piaster**) Ungelernte Arbeiter.......;..... 15 n Hammelfleisch, Rottel (2.56 kg)........ 24 Rindfleisch, Rottel.............19—22 Kartoffeln, Rottel.............1V2—1% Blumenkohl, das Stück ........... 1% Tomaten, Rottel..............114—1*4 Brot, Rottel................ 6 *] 2. Auflage, S. 454/455, zitiert nach dem Bericht des englischen Konsuls in Damaskus für das Jahr 1912. **) Damaskus - Währung — 17.5 Goldcentkn.