Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
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100 in das sinaitische Minengebiet bei einem alten Bergwerksstollen mehrere Inschriften auf Felstafeln fand, ohne daß er sie selbst zu entziffern wagte, haben nacheinander Gardiner, Sethe und Eisler versucht, diese altsinaitischen Schriftzeichen zu lesen. Die Bedeutung dieser Tafeln ergibt sich nicht aus dem Fundorte, eben der Nähe des Sinai, sondern vor allem daraus, daß man schon bald erkannte, die sie ungefähr aus der Zeit Moses stammten. Schließlich glaubte sogar Prof. Hubert Grimme aus Münster nebenvielen anderen Ueberr.aschungen den Namen Moses selbst in den Inschriften lesen zu können. Der Amsterdamer Theologe Daniel Völter setzt sich nun mit Grimm auseinander. Er stimmt ihm zunächst in der Gleichsetzung desägyptischen Gottes »Sopdu« (auch Sapdu, bei den Griechen Sothis) mit Saddaj, der älteren Erscheinungsform Jahwes, bei. Ebenso liest er mit Grimme die Namen des Pharao Thutmose III. und seiner Gemahlin Hatschepsut, wodurch die Inschriften ungefähr in das Jahr 1480 v. Chr. zurückgeführt werden können. Auch mit der Lesung der Götternamen Ma'na und Jahu sowie des Eigennamens Manasse ist Völter einverstanden. Aber Grimme hat eben diesen Steinbruchsaufseher Manasse mit Rücksicht auf eine Stelle im Richterbuch (18, 30) mit Moses identifiziert, wobei er eine Zeile »du hast mich aus dem Nil gezogen« liest. Völteraber möchte das Wort »je or«, das nicht nur »Fluß«, also hier »Nil«, sondern auch »Bergwerksstollen« heißt, in der letzten Bedeutung nehmen. Er schließt dann weiter, daß dieser Steinbruchsaufseher Manasse tatsächlich der biblische Moses sei. Das wurde später mißverstanden, indem der Erzähler in . II. Mos. 2 fälschlich »je or« als »Nil« auffaßte und so die Sage von dem aus dem Nil gezogenen Mosesknaben entstand. Bei der Umgestaltung der Geburtslegende des Moses mag dann die ägyptische Nepthys-Osiris-Sage mitgewirkt, haben. Völter übersieht hier wohl den babylonischen Mythus von der Geburt des Helden, wie er sich an die Gestalt des Sargon von Agade heftet. Sicher bleiben auch jetzt noch starke Zweifel an der Lösung Grimmes bestehen. Prof. Dr. W. Stein, Aegypten als Feld für anthropologische Forschung, Von Newberry Percy. J. C. Hinrichsche Buchhandlung, Leipzig, 1927 (Der Alte Orient, 27, 1). — Die aus dem Englischen übertragene Arbeit unterscheidet sich dadurch scharf und vorteilhaft von der sicherlich nicht armen und ägyptologischen Literatur in deutscher Sprache, daß sie zur gebräuchlichen philologischen Methode auf archäologischem Gebiete die naturwissenschaftliche Arbeitsweise hinzufügt. Newberry, von Beruf Archäologe an der Universität Liverpool, hat auch eine gründliehe Ausbildung als Naturhistoriker, vor allem als Botaniker, erfahren. Diese Vielseitigkeit, bei der er nur in dem deutschen Afrikaforscher Georg Schweinfurth einen Vorgänger hat, befähigt ihn begreiflicherweise zur Aufhellung bisher recht, unaufgeklärter Probleme. So wagt er auf Grund einer genauen Untersuchung der Fauna und Flora, wie sie sich auf Wandbildern, in Schriftzeichen und Symbolen erhalten hat, den Schluß, daß das untere Niltal in der vorgeschichtlichen Periode eine viel üppigere Vegetation und reichere Tierwelt als in der historischen Zeit besessen haben mag und daß auch die an das untere Niltal angrenzenden Wüstengebiete in 'ihrer großen Fruchtbarkeit dem oberen Nubien geglichen haben müssen. Trotzdem ficht Newberry entgegen früher oft geäußerten Ansichten die Behauptung an, daß das Delta die Heimat der ägyptischen Kultur, besonders der hyroglyphischen Schrift sei. Ferner meint er, daß sowohl Hausschaf und Ziege, wie auch zahlreiche in Aegypten verwendete Hölzer, aus Syrien eingeführt worden seien und . daß darum auch die Holzbaukunst und selbst der Schiffbau diesem Lande entstammen dürften. Die Arbeit schließt mit dem Ausblick, daß der Boden Aegyptens bei seinen ganz besonders günstigen klimatischen Bedingungen eine unerschöpfliche Fülle an anthropologischem und-kulturhistorischem Material biete, so daß in diesem Lande eine ununterbrochene Entwicklungsreihe der Kultur aufgezeigt werden könne, weit über 3400 v. Chr. hinaus, der Zeit der Gründung der Monarchie, bis wohin sogar die schriftlichen Urkunden hinaufreichen. Prof. Dr. W. Stein. Geschäftliche Mitteilung. Billigster Beförderungsweg nach Palästina. Für Personenfahrten sowie für die Beförderung von Waren nach Palästina stellt sich als billigster Weg von Mitteleuropa die Donauroute dar. Die Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft befördert Personen und Expreßgüter zu mäßigen Preisen mit ihren direkten Expreßdampfern von Wien nach Giurgiu (Bahnanschluß nach Konstanza, von dort direkte. Dampferverbindung nach Haifa). Fahrplanmäßiger Güterverkehr von allen Donaustationen ab Regensburg bis Galaz, wo Umschlag auf Seedampfer erfolgt. Auskünfte bei der Direktion der Ersten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, Wien, III., Hintere Zollamtsstraße 1, Tel. 93-5-35, Telegrammadresse: Donauschiff, Wien.