Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Article
- Ein Fonds zur Unterstützung der Arbeitslosen in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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.93 hard Baron 50CO Pfund. (Bekanntlich waren unrichtige Gerüchte im Umlauf, daß die Zionistische Exekutive die Zahlung der Unterstützung mangels von Mitteln einstellt. Jedenfalls ist diese Gefahr behoben worden.) Die Arbeiten der Regierung. Neue Pläne. Nach einer Mitteilung des Gouverneurs Campbell sind bisher folgende Arbeiten in Aussicht genommen (zum Teil schon von uns gemeldet. Die Red.): Wege am Hafen, das Postgebäude und ein Krankenhaus in Jaffa, die Straße von Petach Tikwah nach Kalkilia, die öffentlichen Arbeiten des Magistrats von Jaffa in der Höhe von 16.000 äg. Pfd., zu denen die Regierung die Hälfte beisteuert und die durch das Departement der Palästina-Regierung für öffentliche Arbeiten ausgeführt werden. Arbeitsplan für den Anleiheerlös. Wie »Col Symes« mitteilte, werden aus diesem nicht nur die Hafenbauten in Haifa und Jaffa ausgeführt, sondern auch: Eisenbahnwerkstätten 38.000 PL, Regierungsgebäude, Druckerei, Postämter 372.€€0 Pf. Straße Haifa—Sichron Jacob. Diese wird^von der Regierung durch Sträflinge gebaut. Sie ist das erste Stück der neuen Straße Haifa—Jaffa. Aufforstungsarbeiten der Regierung. Eine weitere Hilfe der Regierung besteht darin, daß Lord Plumer anbefohlen hat, in der Umgebung von Tiberias, ferner von Tul Kerem, Bab el Wadi (die Stelle, wo bei der Straße von Jerusalem nach Tel Awiw das Gebirge aufhört und die Ebene beginnt), und im Garten des High Commissioner in Jerusalem sofort mit Aufforstungsarbeiten zu beginnen. Bei diesen Arbeiten werden 500 Arbeitslose mindestens Monate — eine große Anzahl auch länger — Beschäftigung finden. Vertreter des Arbeitsamtes der Histadruth sind bereits mit den Vertretern der Regierung zusammengetreten, um alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Es wurden auch die Setzlinge für die Aufforstung bestellt, wobei der größte Teil dieser Setzlinge in den vom Keren Hajessod finanzierten jüdischen Arbeiterinnen-Kwuzoth bestellt wurde. Die Arbeiter werden größtenteils aus Tel Awiw, zum Teil aus Haifa genommen, (Auch die syrische Regierung hat 1000 Eukalyptussetzlinge bei den Arbeiterinnen-Kwuzoth bestellt.) In Ausführung begriffen. Von der Regierung werden jetzt auch die Straßen in der Umgebung von Nahalal ausgebessert, wobei ebenfalls 40 jüdische Arbeitslose während drei Monaten beschäftigt werden. An öffentlichen Regierungsarbeiten wurde von jüdischen Arbeitern nunmehr der erste Teil des Haifaer Drainage-Systems für einen Betrag von 22.0CO Pf. vollendet; es handelt sich hier um die Anlage eines offenen Kanals von einer Meile Länge, sowie Versenkung von 122;0€Ö Kubikmeter Sand auf Sumpfboden. Jüdische Arbeiter bei Nichtjuden. In letzter Zeit macht sich bei den arabischen Bauunternehmungen eine größere Nachfrage nach fachlich ausgebildeten Bauarbeitern bemerkbar, die nur unter den Juden zu finden sind. Daher beschäftigen letztens die arabischen Unternehmer beiwichtigen Bauarbeiten immer mehr jüdische Arbeiter. So hat neulich ein arabischer Unternehmer eine Abmachung mit zwei jüdischen Bauarb eiter-Kwuzoth, die zwanzig Arbeiter zählen, wegen Errichtung eines größeren Gebäudes in Jericho geschlossen. Diese Arbeiter werden dort gegen zehn Wochen beschäftigt sein. Bei den Wiederherstellungsarbeiten der vom Erdbeben verursachten Schäden an den Klöstern in Jerusalem, Bethlehem, Ejn Kerem usw. ist auch eine Reihe jüdischer Arbeiter, besonders Facharbeiter, beschäftigt. So arbeitet eine Kwuzah von 15 jüdischen Arbeitern am armenischen Kloster in Bethlehem. Der leitende Ingenieur ist ebenfalls Jude. Auch bei den Klöstern in Transjordanien sind jüdische Arbeiter beschäftigt. Die Löhne sind ziemlich zufriedenstellend. Die Arbeitslage in Städten mit gemischter Bevölkerung. Im »Dawar« weist Ben Zwi darauf hin, daß bei Arbeiten der Stadtverwaltung in Jerusalem die arabischen Unternehmer oft um 24 Prozent billiger offerieren, als das städtische Amt selbst kalkuliert hat. Dies ist nur möglich durch arge Ausbeutung arabischer Arbeiter seitens jener Unternehmer und auch der Grund, warum die jüdischen Unternehmer selten mitkonkurrieren können. Ben Zwi schlägt vor, daß die Regierung für solche Arbeiten Lohnsätze festsetzt, und zwar getrennt für Juden und Araber. Arbeiten des Masrad Kablani. Dieser ist bekanntlich die Abteilung der Arbeiterorganisation, welche die Ausführung landwirtschaftlicher Arbeiten übernimmt. Im Laufe des ersten Jahres wurden Pflanzungsarbeiten im Betrage von 12.000 Pf. auf 140Ö Dunam ausgeführt. Eisenbahnarbeiter erhalten für Feiertage Bezahlung. Dank der Bemühung der jüdischen Arbeiterorganisation bei der Palästina-Regierung für die christlichen Taglöhner bei den Bahnen, werden letztere jetzt für die jüngsten christlichen Feiertage ihren Lohn bezahlt bekommen.