Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 92

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Der Zerealienmarkt [Nachricht]
Date
1928-01-01
Page
Seite 92 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379869--06467-2385773
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

92 Artikel * .! August 98—114 85— 98 66— 68 63— 6« 74— 83 66— 73 123—133 260—273 95—110 115—125 22— 24 September ■ Hauranweizen PT Nursiweizen Gerste Hirse Kersenneh Erbsen, hiesige Bohnen Sesam Linsen, gem. 'Linsen, weiß Häcksel 102—119 89— 106 65— 74 65— 70 76— 87 90— 1€9 112—129 230—244 88—101 112—123 21— 22 Kreditwesen. Constructive Bank. Die »Constructive Bank« der jüdischen Gemeinden von Jaffa und Tel Awiw hat im letzten Jahr, 56&7, 1139 Darlehen im Gesamtbetrage von 9182 äg. PfcL an Arbeiter, Handwerker und Kleinhändler vergeben. Kredite für .Kleinindustrie« Vor einigen Monaten hat ein anonymer Spender der Kreditbank in Tel Awiw pal. Pfund 4000 zur Verfügung gestellt, die zur Förderung der Industrie in Darlehen bis zu zwei Jahren bei einer Verzinsung von 5 Prozent verliehen werden sollen. Derselbe Spender soll laut dem »Dawar« jetzt weitere pal. Pfund 10.000 zum selben Zweck zur Verfügung stellen. In dieser ältesten Pflanzungskolonie sind die Orangenpflückarbeiten im Gange. Die meisten der Kolonisten verkauften ihre Ernte am Baum arabischen Händlern, welche zur Pflücke arabische Arbeiter verwenden. Da es in Petach Tikwah hunderte jüdische Arbeitslose gibt, die keine Unterstützung erhalten, indes die Händler arabische Arbeiter aus Jaffa kommen ließen, wurde die Stimmung sehr erbittert. Posten von jüdischen Arbeitern wollten arabische Pflückarbeiter an dem Eindringen in die Gärten verhindern. Herbeigerufene Polizei trieb die Demonstranten auseinander; es wurden. 19 Arbeiter verwundet, 17 verhaftet, von denen einer zu einem Monat, 15 zu 16 Tagen Gefängnis verurteilt wurden, einer wurde freigesprochen. Die Intervention des jüdischen Nationalrates bei den Plantagenbesitzern in Petach Tikwah hatte den Erfolg, daß die jüdischen Orangenzüchter sich verpflichteten, eine größtmögliche Zahl jüdischer Arbeitsloser in den Plantagen zu beschäftigen. Der Waad Leumi hat auch gegen das Eingreifen der Gendarmerie protestiert, ebenso die Arbeiterorganisation. Man hofft, daß durch die neuen Verhandlungen, an denen sich auch die Regierung beteiligt, es ermöglicht sein wird, alle 600 jüdischen Arbeitslosen zu beschäftigen. Die Kolonisten hielten anfangs Jänner eine Sitzung ab, in der sie 300 Pfund zeichneten, um die Differenz zwischen den Kosten jüdischer und arabischer Arbeit auszugleichen. Nach den allerneuesten Nachrichten hat sich aber bisher noch nichts geändert und besorgen über 700 arabische Arbeiter die Pfücke. In der Presse ist natürlich eine heftige Fehde ausgebrochen. Der rechtsstehende »Doar Hajom« sagt, daß beide Teile schuld seien, bringt aber auch Artikel von Kolonisten, daß die Orangenpflanzer ihre Kalkulation auf die billigere arabische Arbeit aufgebaut haben. Demgegenüber weist die gemäßigte Zeitung »Haarez« darauf hin, daß in Petach Tikwah, wo es früher gar keine jüdischen Arbeiter gab, heute bereits 60 bis 70 Prozent der Arbeiter Juden sind, was nicht auf bösen Willen der Kolonisten schließen läßt. In der Arbeiterzeitung »Darwar« spiegelt sich natürlich die heftige Erregung der Arbeiter über das Vorgehen des Kolonierates und der Polizei wider. (Wir bemerken zu der sachlichen Kernfrage, daß die Einführung ausschließlich jüdischer Arbeit in den alten Pflanzungskolonien nur mit besonderer Hilfe der Zionistischen Exekutive zu lösen ist, die den Arbeitern Hilfswirtschaften, wie schon bisher in kleinerem Umfang, einrichten müßte. Hierüber bringen wir in dieser Nummer einen Artikel von Dr. Luft, eines Mitgliedes der Histadruth. Natürlich ist es bedauerlich, daß der Handel in Orangen überwiegend in arabischen Händen liegt, an die auch ein großer Teil der jüdischen Pflanzer zu verkaufen gezwungen ist. Die Red,) Ein Fonds zur Unterstützung der Arbeitslosen in Palästina. Laut Funktelegrämm des »Berliner Tageblatt« aus London vom 29. Dezember 1927 ist Sir Alfred Mond mit der Schaffung eines Fonds von 200.000 Pfund zur Unterstützung der Arbeitslosen in Palästina beschäftigt. Mond selbst hat 1000 Pfund beigesteuert, der Tabakkönig Bernl Arbeit. Die Unruhen in Petach Tikwah.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.