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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Handelszentrum [Nachricht]
Date
1928-01-01
Page
Seite 90 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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90 Haifa- Handelszentrum, Die Palestinc Land Dcv-Co. hat den Bau der 37 Läden auf dem Boden des Merkas Mischari (Handelszentrum) vollendet. Industrie. Gute Beschäftigung. Ungeachtet der Krise, die einzelne Teile des Aufbauwerkes in Palästina getroffen hat, entwickelt sich doch die jüdische Industrie in Palästina in der letzten Zeit in sehr zufriedenstellender Weise. Dies trifft sowohl auf die mittlere Industrie in Tel Awiw, wo Fabriken, wie die Textilfabrik Lodzia (über 1G0 Arbeiter) und die Schokoladenfabrik Lieber (110 Beschäftigte) voll beschäftigt sind, als insbesondere auch auf die Großindustrie bei Haifa zu. Die jüdische Industrie in Palästina arbeitet in vollem Betriebe, zum Teil sogar mit doppelten und dreifachen Schichten, und hat sich in der letzten Zeit auch in Syrien, Aegypten und Transjordanien einen guten Absatzmarkt geschafft. Die Zementfabrik »N e s c h e r« arbeitet mit vollem Betriebe und ohne Unterbrechung. Es arbeiten 250 Arbeiter ununterbrochen in drei Schichten. Die Rohstoffe Zement und Lehm werden am Orte gewonnen und Gips aus der Umgebung von Milchamiah (früher wurde der Gips aus Zypern eingeführt). Nur die Steinkohlen zum Brennen der Mischungen muß die Fabrik aus dem Auslande einführen. In den Kalkgruben arbeiten etwa 70 Araber, die von einem arabischen Unternehmer angestellt sind, der verpflichtet ist, eine bestimmte Anzahl Waggons täglich zu liefern. Beim Ausgraben des Lehms arbeiten Jaden. Das Ausladen der Kohle aus den Schiffen geschah zuerst durch Araber, während jetzt dabei Juden tätig sind. Das Fabriksgebäude, das seinerzeit von ägyptischen Arbeitern unter Aufsicht belgischer Fachleute aufgeführt wurde, wird jetzt von jüdischen Arbeitern erweitert. Die Vergrößerung des Gebäudes wird in kurzem beendet sein. Die Kosten haben sich niedriger erwiesen, als der Voranschlag war. Es verlautet, daß die Arbeiter dafür einen besonderen Preis zur Belohnung erhalten werden. Die technische Leitung der Fabrik liegt fast ausschließlich in Händen von Deutschen (Nichtjuden)1. Der maximale Lohn des gelernten jüdischen Arbeiters beträgt 15 äg. Pfd. monatlich. In der Nähe der Fabrik befinden sich acht Wohnhäuser, in denen 16 Arbeiterfamilien wohnen. Die Miete für Zimmer und Küche beträgt 1,30 äg. Pfd. pro Monat. Eine Anzahl Arbeiter lebt in selbsterbauten Baracken und die übrigen wohnen in Haifa. Die Fabrik beabsichtigt, den Preis für Zement um 200 Mils per Tonne zu erhöhen. 80 Mils beträgt die durch die Einführung der neuen Währung entstandene Valutadifferenz und die Erhöhung von 120 Mils wird durch die Erhöhung des Zolles auf ausländischen Zement ermöglicht. Der Export geht hauptsächlich nach Syrien und Aegypten. Die Fabrik besitzt ein eigenes Lastschiff. — Die Fabrik »Schemen« (Haifa) arbeitet mit 160' Arbeitern in drei Schichten. Sie bringt verschiedene Oele, Speiseöle, Farböl, Toilette- und Waschseife auf den Markt. Die Hälfte der produzierten Seife und ein Drittel der Oele werden ins Ausland, hauptsächlich nach Syrien und Aegypten, ausgeführt. Die Waschseife entspricht den Wünschen der arabischen Konsumenten und findet bei ihnen großen Absatz. Die Auferlegung eines Einfuhrzolles von 3 äg. Pfd. auf eine Tonne Seife und 2 äg. Pfd. auf eine Tonne Oel ist dem Absatz der Waren der »Schemen«-Fabrik sehr förderlich. In den Großmühlen von Haifa arbeiten zwei Schichten von 7 Uhr früh bis 11 Uhr abends. Auch in der Mazzoth-Abteilung arbeiten zwei Schichten. Das Mehl wird hauptsächlich an Araber verkauft. Die Ausfuhr von Mehl nach Syrien hat bereits eingesetzt. Die Korkfabrik Davidson befriedigt den ganzen Bedarf des Landes. Außer Korken werden auch Korksohlen und Korkspäne fabriziert, letztere zur Verpackung von Tafeltrauben. Auch andere neue Industrien, z. B. für Schuhe, Ledertaschen, Spiegel etc. dehnen ihre Erzeugung aus, insbesondere durch Gewinnung des orientalischen Marktes. Die Möbelfabrik Löwinstein in Tel Awiw erhielt von Emir Abdullah den Auftrag zur Einrichtung seines Palastes in Amman. Ruthenbergwerk. Laut dem »Palestine Bulletin« ist es Ing. Ruthenberg gelungen, in London von der Versicherungsgesellschaft Prudential für die Palestine Electric Corporation gegen Garantie der britischen Regierung eine Anleihe von 250.000 Pfd. St. zu erhalten. Der Prudential-Gesellschaft wurde die Kontrolle über das Ruthenbergwerk eingeräumt. Ruthenberg sei zu diesen schweren Bedingungen gezwungen worden, weil die Brandeis-Gruppe die für das Elektrizitätswerk früher bestimmten 15O;00O Pfd. St. nicht zu investieren bereit sei. Diese Kontrolle erstreckt sich aber nur darauf, daß für die Summe britische Maschinen etc. gekauft werden, da der Kredit auf Grund des englischen Trade Facilities Act (zur Förderung der britischen Industrie) unter Garantie der Regierung gewährt worden ist,

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