Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Article
- Fortschritte der Kolonisation in Palästina : die bestehenden Siedlungen [Nachricht]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379867-2379869--06432-2385769- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Pinsk 1× ep/1045440
OCR text
88 Siedlungen 4992 Stück, darunter 2965 Stück Rassevieh. Die Zähl des Kleinviehs betrug 1536. V An Geflügel zählte man in den Siedlungen Ende 5686 38.715 Stück und im April 1927 108.712 Stück. Ende 5686 war in den Siedlungen eine Fläche von 5014 Dunam mit Fruchtbäumen und 2771 Dunam mit Waldbäumen bepflanzt. Im Apiil 1927 dagegen war eine Fläche von 11.279 Dunam mit Fruchtbäumen und 3538 Dunam mit Waldbäumen bepflanzt, also insgesamt 14.817 Dunam gegen nur 7785 Dunam Ende 5686. Die besäte Fläche betrug per Ende 5686 Dunam 69.702, wovon 1674 Dunam mit Gemüse bestellt waren. Im April 1927 dagegen betrug die besäte Fläche 105.645, davon 4368 Dunam mit Gemüse. Alle Ziffern von April 1927 enthalten auch die Siedlungen, die nur zum Teil aus den Mitteln des Keren Hajessod subventioniert werden. Der Regen, der sich in diesem Jahre verspätet hat, hat die Siedlungen in den Stand versetzt, die gesamten Flächen, die sie besitzen sowie die Reserveflächen, die sich in der Umgebung befinden, zu bearbeiten und rechtzeitig zu besäen. Es besteht die Hoffnung, daß, falls es dieses Jahr normale Regenfälle geben wird, die Siedlungen das Jahr mit guten Resultaten schließen werden. Die neue Kolonisation. Das Landwirtschaftliche Departement der Zionistischen Palästina-Exekutive stand vor dem schweren Problem, bei der jetzigen Situation die Existenz der neuen Kolonisation mit der noch im Jahre 5687 begonnen wurde, zu sichern. Da bei der Inangriffnahme des Bodens für die neue Kolonisation nur ein Teil der von der Zionistischen Exekutive bestätigten Ansiedler den Boden in Besitz genommen haben und diese mit den Arbeitsgeräten, die ihnen im Jahre 5687 zur Verfügung gestellt wurden, nicht die gesamten Flächen, die sie besitzen, bearbeiten konnten, hat das Landwirtschaftliche Departement angeordnet, daß die Ansiedler bis Ende des Sommers die größtmöglichen Flächen bestellen und sie zum Säen vorbereiten. Es ist auch gelungen, mit Hilfe von Traktoren mehr als 1O.ÖQ0 Dunam Boden der neuen Kolonisation zu bestellen und das Säen rechtzeitig durchzuführen. Auch mit den Bauarbeiten hat man in allen neuen Siedlungen bereits begonnen. In der chassidischen Siedlung hat man die Errichtung von 37 Ställen in Angriff genommen, in Kfar Jehoschua von 4 Ställen und 8 Wohnhäusern, in Kfar Baruch (der Siedlung der Sephardim und Rumänen) von 18 Ställen und in den Kwuzoth Hassaron, Sarona und Pinsk von 5 Wohnhäusern. Die Gebäude werden in fast allen Siedlungen durch die Ansiedler selbst errichtet, was selbstverständlich ihre Existenz in gewissem Maße erleichtert. Mit Hilfe des Departements wurde fast in allen Siedlungen eine provisorische Wasserversorgung angelegt, was bis zur Durchführung der endgültigen Wasserversorgung diesen Siedlern viele Leiden erspart. Wie bereits erwähnt, wurde das erforderliche Säen bei diesen Siedlungen gesichert, ferner wurden ihnen aus Keren Hajessod-Mitteln gewisse Summen für Ernährung im laufenden Jahre bis zur Ernte zugesichert. Ein neuer Moschaw in der Pflanzungszone von Judäa. Das Departement der Zionistischen Palästina-Exekutive für landwirtschaftliche Kolonisation siedelt mit den in Holland speziell für diesen Zweck vom Keren Hajessod gesammelten Mitteln 12 Familien in Ramatajim an. Sechs Familienhäupter haben ihre Ausbildung in Holland und die anderen sechs in Deutschland genossen. Dieser neue Moschaw wird in der Hauptsache auf Orangenkultur basieren, andererseits wird die Erfahrung, die die Mehrzahl der Siedler in der Milchwirtschaft besitzt, ihnen eine befriedigende wirtschaftliche Lage sichern. Uebernahme des Haifa—Bey-Komplexes (Djidro) durch den amerikanischen Palestine Development Council? Wie die Blätter melden, will diese von Brandeis und Flexner geführte Gruppe die 60.000 Dunam erwerben, die der Haifa-Bay-Co. (siehe darüber unsere Artikel »Die Bucht von Haifa« von Ing. E. Kuzenok in Nr. 3/4, dem auch eine Karte beigegeben war) zwischen Haifa und Akko gehören und die Regierungs-Konzession auf große Dünenflächen am Meeresufer längs dieses Bodenkomplexes. Davon gehen ab 12.000 Dunam, die der KKL übernehmen will und 7500 Dunam, die hauptsächlich an polnische Juden verkauft worden sind. Da die Haifa-Bay-Co. in Geldschwierigkeiten ist, konnte sie die bereits in Angriff genommenen Ameliorationen nicht fortsetzen. Felix Warburg soll beschlossen haben, im Verein mit der Flexner-Gruppe die noch unverkauften 40.000 Dunam zu erwerben und auch die Regierungskönzessiön auf die Dünen zu übernehmen. Der Preis beträgt Pfd. St. 150.000, von denen jetzt zwei Drittel in bar erlegt werden sollen, während der Rest erst nach Begleichung aller Verbindlichkeiten und Verpflichtungen gegenüber den bisherigen J3ödenkäufern durch die Haifa-Bay-Co. bezahlt werden soll. Warburg will den alten Kolonisationsplan der Haifa-Bay-Co. zur Ausführung bringen und ihn noch weiter ausbauen. Seiner Gruppe sollen für diesen Zweck 5 Millionen Dollar zur Verfügung stehen. Es soll auch