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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 81

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Wirtschaft. Von Dr. Kurt Grundwald (Tel Awiw).
Date
1928-01-01
Page
Seite 81 (sequence 2)
Language
German
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81 Studium dieser Frage bildeten. Diese Arbeiten, die wohl mehrere Wochen in Anspruch nehmen dürften; werden wohl einige Klarheit bringen, wenn auch die Praxis das Endresultat mit größerer Sicherheit darlegen wird als die überzeugendsten Memoranden. Aber das Studium kann immerhin zur Vermeidung von Fehlern führen, die schon zu Beginn das unglückliche Ende des Versuches besiegeln würden. Die Ziffern des Außenhandels im dritten Quartal bringen wir an anderer Stelle. (Siehe »Nachrichten und Daten«.) Der Orangenhandel, der ja eine der wichtigsten Positionen im Wirtschaftsleben Palästinas bildet, hatte zuerst sehr gute Preise auf dem englischen Markt erzielt. Die Folge war, daß man auch noch nicht exportfähige Ware versandte, was zu einem rapiden Preissturz führte. Darauf hat die Regierung für eine gewisse Zeit die Ausfuhr inhibiert und es zeigt sich bereits als Erfolg dieser Maßnahme ein Steigen der Preise. Von Bedeutung ist jedoch das Erscheinen einer »Fruit Export Ordinance«, die als erstes Ergebnis der Arbeit einer vom Oberkommissär ernannten Studienkommission anzusehen ist. Das Gesetz ermöglicht die Regelung aller Einzelheiten des Orangenversandes: Packung, Sortierung, Kistenform, Beschreibung, Sie erinnert sehr an die von der Regierung der Vereinigten Staaten erlassenen Bestimmungen für die Standardisierung. Durch die ständige Kontrolle durch Regierungsorgane wird eine ganz andere Garantie dem Käufer als bisher gegeben und wird auch bei einem Steigen der Produktion die Erzielung höherer Preise ermöglichen. Die Orangenhändler jedoch haben, wie die Zeitung meldet, die Ordinance mit großen Protest beantwortet und eine Delegation zum Oberkommissär gesandt. Sie haben weiters für den Fall, daß ihre Wünsche unerfüllt bleiben sollten, mit dem Stoppen des Exportes gedroht. Es ist also anzunehmen, daß durch einige Amendements dem Gesetz einige Härten genommen werden. Dennoch muß es als eine wichtige Tat anerkannt werden. Ebenfalls von großer Wichtigkeit ist der Gesetzesentwurf zur Einführung des metrischen Systems für Maße und Gewichte, das in den nächsten Tagen publiziert wird, Danach wird in Palästina der Meter als Längenmaß, der Kilogramm als Standard-Gewicht, der Liter als Standard-Maß, sowie als Flächenmaß der Quadratmeter eingeführt. Neu ist der Standard-Dunam, der lO'OO Quadratmeter umfaßt. Der Oberkommissär wird das Recht haben, nach einer geraumen Zeit den Gebrauch -aller anderen Maße und Gewichte als ungesetzlich zu erklären, wodurch Dokumente, die nach diesem Zeitpunkt abgeschlossen, Angaben nach dem alten System enthalten, nicht rechtskräftig sind. Wir haben in unserem letzten Bericht von einer Delegation des Industriellenverbandes berichtet,/die zur Unterbringung von Aktien einer Industriebank nach Amerika gesandt war. Nun liegt bereits eine Nachricht vor, wo es gelungen ist, Doli. 3CO.O0O für diese Bank aufzubringen und man hofft, noch weitere 700.000 Doli, innerhalb eines Jahres aufzubringen. Noch sind die näheren Umstände nicht bekannt. Aber auf jeden Fall darf man es begrüßen, wenn ohne Vormundschaft und Belastung der Exekutive Teile der Wirtschaft für ihren Bedarf auf ökonomischer Grundlage sorgen. lieber ein Ereignis, das den gesamten Jischuw einige Tage lang in Aufregung versetzt hat, die Zusammenstöße in Petach Tikwah, berichten wir an anderer Stelle. Es ist sehr schwierig, völlig objektiv über diesen Fall zu sprechen. Kein Zweifel, Hunger tut weh und unsere Sympathie ist voll und ganz auf feiten der Hungernden. Das darf aber andererseits nicht dazu führen, die Probleme, losgelöst vom gegenwärtigen Stand der Dinge zu sehen. Auf beiden Seiten wird, nach Meinung des Referenten, Recht und Unrecht in gleichem Maße zu finden sein. Alte Sünden, frühere gegenseitige Verhetzungen, haben in dem Momente, als es galt, einander zu verstehen, sich bitter gerächt. (Wir können naturgemäß in dem schweren Konflikt nicht Partei ergreifen. Wir veröffentlichen in dieser Nummer einen sachlichen Artikel eines Arbeiterführers, Dr. Zwi Luft, über die Frage der jüdischen Arbeit in den Pflanzungskolonien, der selbst die großen Schwierigkeiten, die hier vorliegen, zugibt und die Maßnahmen zur Lösung des Problems bespricht. Siehe auch »Nachrichten und Daten«. Die Red.) 6

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