Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 2)
- Language
- German
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459 Diese Geschichten erschienen in jüdischer Sprache. Nun wurden sie durch den hebräischen Schriftsteller Mordechaj ben Jecheskel (Hai-, pern) neu ediert, «und zwar im hebräischen 'Original. Der erste Band, in einem Verlag Tel-Awiws - erschienen, liegt vor. Ein wunderbares Geschenk an unsere Generation bedeutet dieses Buch. Die meisten Geschichten haben hohen künstlerischen Wert, sie bilden. insgesamt ein wahres Volks- und Jugendbuch. Die Sprache ist schön, rein, .anziehend; sie macht gar nicht den Eindruck einer toten, vielmehr den einer echten, lebendigen, jüdisch volkstümlichen, das ist einer. vom Geiste der weitverbreitet gewesenen jüdischen Gelehrsamkeit durchtränkten. 'Die äußere Ausstattung ist ebenfalls schön. _ Mit berechtigter Spannung kann man die weiteren Bände erwarten. Dr. Chaim Tartakower. Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins,Band 50, Heft .1. Leipzig, Rinrichs. Diesem Heftchen ist die bekannte Karte von Dr. Fischer und Prof. Guthe mit Einzeichnung der neuen Grenzen und'Distriktseinteilungen gegeben. Leider sind die jüdischen (und deutschen) Kolonien nicht eingezeichnet. Prof. Guthe, der dies selbst für wünschenswert hält, begründet die Unterlassung damit, daß kein Raum für Eintragung der nötigen Farben und Namen vorhanden ist. Nach Prof. Guthe ist die Zahl der eingetragenen Namen 3380 (gegen 2850 der ersten Auflage). — Prof. Steuernagel erstattet seinen Bericht, für. die Periode September 1926 bis Februar 1927, der wie immer sehr objektiv ist und gute Information zeigt. Bei Besprechung der Wahlen sagt Prof. St.. daß es den Anschein hätte, als . gewänne die gemäßigte/Richtung unter den Arabern an Einfl'uß (was die Wahlen . ja auch bestätigten. Anm. d. Red.). Die Meldung, 'daß* die landwirtschaftliche Sektion der jüdischen' Arbeitervereinigung in Tel-Awiw eine Bank für Arbeiterlandwirtschaft errichtet hat, ist wohl mißverständlich. Wahrscheinlich ist der Misrad >Kablani gemeint. Prof. St. meldet, daß eine große arabische Kolonie auf 32.500 Dunam Wakfboden unter Aufsicht des muslimischen Rates gegründet werden soll. Das Heft enthält wie gewöhnlich eine Reihe gediegener wissenschaftlicher Artikel; der ausführlichste von Lic. Sachse schildert die palästinensischen Musikinstrumente. Toldoth hatenuah haleumith haarawith (Geschichte der arabischen Nationalbewegung), von Dr. Hans Kohn, Verlag Hapoel Hazair, Tel- Awiw 5680. (47 S.) Dr. Hans-Kahn, der seit Jahren in Wort <und Schrift für eine Verständigung mit den Arabern eintritt, hat mit seiner Broschüre in unserer politischen Literatur eine bereits seit langem fühlbare Lücke ausgefüllt. Abgesehen von der Schrift Ben-Gurions: „Hatenuah haarawith b'Erez Israel", die sich mit den speziellen palästinensischen Verhältnissen beschäftigt, besitzen wir keine Darstellung der nationalen Bewegungen in den arabischen Ländern. Dr. Hans Kohn beschränkt sich auf Asien (die weiten .Ländergebiete Nordafrikas von Marokko bis Aegypten zieht er nicht in den Kreis seiner Betrachtungen), legt die Wurzeln des Nationalismus bloß, der in dem . europäischen Einflüssen am zugänglichsten Syrien aufkommt (es sei nur an die Pflege der arabischen Sprache an der von französischen Jesuiten in (Beirut begründeten Universität erinnert), die bis dahin bestandene islamische Solidarität mit denherrschenden Türken leugnet und über alle konfessionellen Unterschiede hinweg dienationale Einheit proklamiert. 'Wie jede nationale Bewegung, weist auch die arabische mehr oder weniger demokratische Tendenzen auf, die gleichfalls a,ui französischen .Einfluß zurückzuführen sind. In den letzten Kapiteln wird der uns größtenteils bekannte Lauf der Er-