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Palästina · 1927-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 458

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 8-9
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 458 (sequence 2)
Language
German
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458 sehen Vorgeschich t e" das, Problem der Herkunft der altägyptischen Kultur mit Hilfe der prähistorischen Forschung, vor allem der Archäologie zu lösen. Dabei leitet ihn das Streben, sein Spezialforschungsgebiet an die ältesten iKulturzusammenhänge X'Mittelmeerkreise) anzuschließen. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die verkehrsgeographische Lage die wiederholte Beeinflussung durch die Fremde mit sich bringe. In der helleren geschichtlichen Zeit brachten die asiatischen Hyksos einen neuen Einschlag in den bisher scheinbar einförmig dahinströrnenden Gang der ' ägyptischen Kultur. Aber dieser Zusatz vermochte durchaus nicht die ägyptische Eigenart zu stören; sie fügte lediglich eine Nuance bei. Aehnlich ist es auch nach Scharffs Meinung mit der ältesten ägyptischen Kultur. Der afrikanische Grundstock, der in Nubien noch weit in die geschichtliche Zeit hineinragt, ist mit dem Nillande selbst wenig verbunden. Aber frühzeitig schon werden einzelne Elemente aus der Nachbarschaft herbeigetragen, was wohl auch mit dem frühzeitigen politischen Uebergreifen über die engen Grenzen des Landes zu erklären ist; so etwa das Rollsiegel oder das künstlerische Motiv des mit zwei Löwen kämpfenden Mannes. Aber solche Einzelheiten haben nach Scharff keineswegs den bodenständigen Entwicklungsgang der ägyptischen Kultur, und zwar kurz vor seiner größten Entfaltung im alten Reiche umgestaltend beeinflussen können. Diese These belegt Scharff mit-, izahireicluem, izum Teil neuem Material. Aber sie reicht zunächst nicht aus, die seit Erman feststehende Tatsache zu erklären, daß die ägyptische Sprache, je weiter zurück, desto stärker mit dem,Semitischen deutlich und unleugbar in Wortschatz und Satzfügungen verwandt ist. Diese Frage bleibt offen, auch wenn man an eine afrikanische Heimat der Semiten glaubt und ihre Einwirkung vom Süden her annimmt. Nicht weniger vorsichtig stimmen muß aber . auch der von Scharff selbst zugestandene Mangel an Funden aus dem nordöstlichen Delta und der Landenge von Suez einerseits und Nordafrika andererseits, deren spärliches Material so wenig fixierbar ist, daß seine chronologische Einstellung zwischen Neolithikum und römischer Kaiserzeit schwankt. Für ganz offenkundig gleichartige Erscheinungen, wie etwa den Tongefäßen mit gewellten Tragansätzen, die nur in Aegypten und Palästina vorkommen, oder die nur bei Wellenhenkelgefäßeri übliche rote Netizbemialiung, bescheidet sich darum Scharff -mit dem Aufzeigen der kulturellen Zusammenhänge, ohne zu entscheiden, wer der gebende und wer der empfangende Teil war. (Gewiß müßte dann auch der alte Streit, welche von den altorientalischen Kulturen die älteste sei, aufgenommen werden. Trotz aller Bedenken ist Scharffs Arbeit nicht nur wegen des zusammengetragenen reichen Materials äußerst wichtig, sondern sein hohes Verdienst ist, die innere ununterbrochene Einheit der altägyptischen Kulturentwicklung, vor allem seiner Kunstgeschichte vom Palä- O'lithikum bis zu dem gewaltigen Aufschwung unter der ersten Dynastie dargestellt zu haben. Prof. Dr. Wilh, Stein. Seier hamaassijoth (Das Geschichtenbuch). Herausgegeben von Mordechaj ben Jecheskel, Verlag Owir, Tel-Awiw. In der „jüdischen 'Gasse" pflegten arbeitende Männer aus dem Volke -und Frauen an Sabbaten „Maassebichlach" zu lesen, die geradezu verschlungen wurden. Sie waren im Geiste des Judentums geschrieben, schilderten die großen jüdischen Tugenden, wie Liebe zur Thora, Gastfreundschaft, das Leben und die Wunder der großen Rabbis, aber auch die wunderbaren Gestalten der Nistarim '(der Verborgenen), jener großen Menschen im Judentum, die äußerlich das Leben der untersten Schichten führten, im Verborgenen aber in den höchsten Sphären jüdischer Geistigkeit lebten und Beziehungen zu Gott und seinem Walten halten.

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