Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Verkehrsprojekte
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 441 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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441 Und es gehen auch bereits Gerüchte, daß sich ein ägyptisches Konsortium für diesen Bau interessiere. In immer größerem Maße gelangt das Automobil'als Fernverkehrsmittel hier zur Bedeutung. Gab es vor dem Krieg kein einziges Motorfahrzeug in Palästina, so zählen wir heute an die zweitausend. Die; Autostraßen sind in vorzüglichem Zustand und es begann hier wie in Europa der Konkurrenzkampf zwischen Bahn und Auto, der zu weitreichenden Tarifermäßigungen im Personenverkehr führte, während im Frachtenverkehr die Position der Bahn unerschüttert blieb. Vor etwa einem halben Jahr kam nun aus London eine Nachricht über Gründung einer Gesellschaft, an der sich Ottoman Bank, Credit Foncier of Algeria, Bank of Paris, Bank of Holland, Messageries Maritimes und die Anglo-Persian Oil Co. beteiligen werden. Diese Gesellschaft werde die bestehende Nairn Transport Co., die den Verkehr mit Bagdad aufrechterhält, übernehmen und ausbauen. Es werde ein ständiger Verkehr der Mittelmeerhäfen mit dem Irak durch eine neue Type von Autos, die luxuriös eingerichtet und mit Refrigatoren versehen sind, aufgenommen werden. Am Wege zwischen Damaskus und Bagdad soll ein modernes (Hotel errichtet werden. Seither wurde jedoch nichts Näheres verlautbart. Einstweilen "verkehrt ein ständiger Postdienst mach Bagdad mit Anschluß nach Persien, der den alten Beförderungsweg zu Wasser um Wochen abkürzt. Neben Bahn und Auto tritt nun auch das Flugzeug als Beförderungsmittel im Near East auf. Die Linie Kairo^Bagdad berührt Palästina. Diese Linie wird später bis Karachi weitergeführt werden und so die kürzeste Verbindung von England über Aegypten nach Indien bilden. Wenn auch der Hafenbau in Haifa als gesichert erscheint, verdient doch ein Projekt Erwähnung, das von amtlicher Seite ausging, man möge den palästinensischen Hafen in Port Fuad bauen. England werde Aegypten völlig räumen, verlange dafür aber die Halbinsel Sinai, die an Palästina angeschlossen werden soll. Nach dieser Vereinigung würden neue Bahnlinien von Port Fuad nach dem 'Roten Meere gelegt werden. Und hier soll noch eine andere, von einer syrischen Zeitungvor Jahresfrist vertretene Vermutung erwähnt werden. England, so hieß es, zögere mit dem Hafenbau in Haifa, da es diesen in dem heute noch auf französischem Mandatsterritorium liegenden Alexandrette errichten wolle, wohin ja die Oil Pipe Line von Mossul viel leichter zu legen wäre. Wenn diese Auffassung heute bereits als unwahrscheinlich bezeichnet werden kann, so ist sie doch als charakteristisch erwähnenswert. Wann alle diese Projekte in Wirklichkeit umgesetzt werden, weiß man nicht und ist schließlich nebensächlich, wenn man sie als Symptome einer Entwicklung betrachtet, die mit dem Bau der Bagdadbahn durch die Deutschen begonnen hat, und als solche sind sie interessant und beachtenswert. Arbeiterbewegung, Von Dr. A. Tart'akower, Lodz- 1. Die Konferenz der Histadruth. Die dritte Konferenz der allgemeinen (jüdischen Arbeiterorganisation.; iin Palästina i(der. Hiistadruth Haowdim),, die am 6. Juli des Jahres in Tel- Awiw zusammentrat und nach 16 Tagen harter Arbeit ihr Werk vollendete,, bedeutet zweifelsohne eines der bedeutendsten Ereignisse nicht nur an der Geschichte des neuen Jischub iin Palästina, sondern auch in der Geschichte der zionistischen Bewegung in den letzten Jahren. Es gehörte ein besonderer Mut dazu, die Konferenz in einer der schwersten Perioden in der jüdischen Arbeiterbewegung im Lande, die durch Tausende hungernde Arbeitslose gekennzeichnet ist, einzuberufen. Und es gehörte äueh be-