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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Bank of Palestine
Date
1927-01-01
Page
Seite 320 (sequence 4)
Language
German
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320 Die Gründung des Unternehmens überhaupt zeigt, welche Möglichkeiten sich für die Lnteressierung des Privatikapitals an unserer Re.patriierungsarbeit bieten, und sie gibt einen Hinweis darauf, auf welche Weise man es heranziehen kann. Es .genügt nicht, daß iman in der Gahith an irgend einen reichen' Mann mit einem gedruckten Projekt herantritt, womöglich •noch durch Leute, die dem Wirtschaftsleben im ehr oder minder fern stehen. Durch die Luft, sozusagen drahtlos, (kann man .keinen (Kaufmann zur Kapitalanlage in einem Lande bestimmen, dessen Möglichkeiten und Bedürfnisse er nicht aus eigener (Anschauung kenint, selbst oder gerade dann, wenn ihm an dessen Entwicklung etwas liegt. Dieses .gleichgültige, einfacfoe Geldgeben, ohne sich darum -zu kümmern, was aus den gespendeten Beträgen wird, ist es gerade, was in Palästina den amerikanischen Keren- Hajessod-Zahlerin izum Vorwurf 'gemacht wird. Was nötig ist und was. sich als praktikabler Weg *z-ur Heranziehung von Privatkaipital erwiesen hat, das ist die Veranlassung wohlhabender jüdischer, irgendwie an (Palästina interessierter Geschäftsleute, selbst herzukommen und sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, was sie hier tun können. Es brauchen weder die reichsten noch die begeistertsten zu sein— Direktor, dessen Vermögen auf etwa fünf Millionen Dollar geschätzt wird, ist damit in Amerika sicher noch kein „Wirtsahaftsführer", und dem Keren Haijessod steht er (ziemlich fern —, aber, es muß ihnen nicht nur die Möglichkeit eines gründlichen Studiums der Verhältnisse geboten, sondern sie müssen sogar dazu gedrängt werden. Man muß dafür sorgen., daß sie mit den Geschäftskreisen selbst iin direkte Verbindung ikommen, wie es »bei Direktor der Fall war (wobei unter Gesahäftsikreisen nicht die Projektmacher verstanden werden,, die sich zu Dutzenden an (jeden für einigermaßfen zahlungsfähig »gehaltenen Fremden, heranzudrängen wissen). Denn ein 'Kaufmann nimmt ,in geschäftlichen Angelegenheiten nur einen -Kaufmann ernst. Die Zionistischen Landesorgan isatkwieri in den verschiedenen Ländern, nicht nur in Amerika, sollten daran gehen, diese erst (kürzlich in Fluß -gekommene und schon so erfolgreiche Bewegung weiterzutreiben und zu verstärken. Vielleicht bekommen wir dann wirklich die fünfte lAUijato, die Ailijah des Kapit a 1 s, von der »man jetzt schon, etwas voreilig, hier und dort sprechen hör$ Erfahrungen der palästinensischen Spiritusindustrie. Von Dr. Reinhold Cohn, Jerusalem. Der Gedanke einer Spiritusindustrie in Palästina tauchte in konkreter Form vor etwa sechs bis sieben Jahren auf. Es waren eine Reihe besonders tschechischer Zionisten, die zu diesem Zweck eine „Hitkadmut" Handels- und Industrie-A.-G. gründeten. Ihr Projekt ging dahin, in oder bei Chedera eine Fabrik auf der Grundlage einer Tagesproduktion von zirka 40 Hektoliter r. A. (Hektoliterprozent) oder etwa 3,2 Tonnen zu errichten. Als Rohmaterial sollte Durrha verarbeitet werden, die abfallende Schlempe sollte zur Viehmast dienen. Außerdem war geplant, die bei der Gärung entweichende Kohlensäure aufzufangen und in Stahlfiaschen dem nicht unerheblichen Konsum der Limonadenindustrie zuzuführen. In Anbetracht der Landesverhältnisse Palästinas war dieser Gedanke nicht eben bahnbrechend, denn es wird gerade die landwirtschaftliche Verwertungsindustrie sein, welche hier in erster Linie interessieren wirdy weniger aus industriellen, als aus landwirtschaftlichen Gesichtspunkten heraus. Die Spiritusindustrie hat sich überall aus der Landwirtschaft heraus entwickelt; häufig stand in ihrer Kalkulation gar nicht. der Spiritus* sondern die Schlempe im Vordergrund, weil auf diese Weise ein sonst verderbendes Material (z. B. Kartoffel) als hochwertiges Futter erhalten.

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