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Palästina · 1927-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 311

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 6-7
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1927-01-01
Page
Seite 311 (sequence 2)
Language
German
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311 Die Beschlüsse der Tagung lassen den Wunsch nach einer durchgreifenden Reform der Arbeitsmethoden und gründlicher Reorganisation .der Institute erkennen. Es wurde beschlossen, eine Kommission nach Palästina zu entsenden, die den Budgetentwurf für den Kongreß vorbereiten soll, imit der Maßgabe, daß die Ausgaben die faktisch zu erwartenden Einnahmen nicht überschreiten dürfen. Bei der Ausarbeitung des Budgets sollen jedoch die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Kolonisation besonders berücksichtigt werden. Die Kommission soll die Verwaltung sämtlicher Institutionen, an denen die Zionistische Organisation direkt oder indirekt beteiligt ist, überprüfen. Ein zweiter Beschluß des Aktionskomitees bestätigt den Vorschlag der Exekutive betreffend Aufnahme einer Anleihe von Pfund SterJ. 140.000, für die die KerennHajessod-Einnahmen der nächsten Jahre als Sicherstellung dienen. Mit Hilfe dieses Betrages sollen Notstandsarbeiten begonnen werden. iFür keinen Faill soll die Arbeitslosenunterstützung länger als bis zum 1. Oktober aufrechterhalten werden. Das Aktionskomitee hat ferner die Exekutive beauftragt, an der Schaffung -einer Arbeitsordnung in Palästina und bei der .Kreierung gemischter Arbeitsämter mitzuwirken. Ob die Beschlüsse des Aktionskomitees zur Durchführung gelangen können, steht noch nicht fest. Die für die /Kommission vorgesehenen Persönlichkeiten haben in der (Mehrzahl die Wahl abgelehnt, so daß es fraglich ist, ob die übriggebliebene Rumpfkommission ihre Aufgabe wird erfüllen können. Auch der Beschluß einer Anleihe ist noch nicht durchgeführt und selbst wenn er in kurzer Zeit realisiert werden kann, entstehen noch die Frage, ob das Geld tatsächlich für Notstandsarbeiten und nicht vielmehr für näherliegende Zwecke verwendet werden wird. Der Zionistenkongreß wurde für den 30. August nach Basel einberufen. Anläßlich der Junitagung des Völkerbundes findet auch eine Sitzung der Mandatskommission statt, welcher die Zionistische Exekutivje als Jewish Agency wie alljährlich ein Memorandum überreicht hat, worin die Entwicklung der jüdischen Arbeit in Palästina während des letzten Jahres dargestellt wird. Die Mandatskommission wird sich in ihren Sitzungen vom 28. und 29. Juni mit Palästina beschäftigen. Der zionistische Vertreter beim Völkerbund, Dr. Jacobson, wurde vor einiger Zeit /von Mussolini empfangen, der die Zustimmung zur Bildung eines Komitees „Italia-Palästina" nach dem (Muster des französischen Komitees France-Palestine erteilte. Das deutsche Komitee Pro Palästina veranstaltete am 27. Juni unter dem Vorsitz des Grafen Bernstorff eine Kundgebung, bei welcher Doktor Weizmann sprach. In letzter Zeit waren Differenzen zwischen der zionistischen Exekutive in Palästina und der Leitung des Gesundheitswerkes der Frauenorganisation iHadassah ausgebrochen, die sich sogar soweit verschärften, daß zu einer großen öffentlichen Feier der Hadassah die Exekutive nicht eingeladen war. Es handelte sich vor allem um administrative Fragen sowie um das Verhältnis der Hadassah zu der Arbeiterkrankenkasse Kupath Cholim. Die amerikanische Frauenorganisation Hadassah sandte eine Delegaion nach Palästina, die mit der Exekutive am 5. April ein Abkommen schloß, wonach das Budget des Gesundheitswerkes in Zukunft zur Gänze von der Hadassah aufgebracht wird und dem Kongreß zur Bestätigung vorgelegt wird. Die oberste Leitung liegt in den Händen eines Governing Board in Amerika. In Palästina untersteht das Werk dem vom G. B. ernannten Direktor. Dem Direktor wird ein Beirat zugesellt» der jedoch keinen,Mediziner enthalten darf. Die Exekutive delegiert zwei Mitglieder in diesen Beirat. Diese Vereinbarung, die dem Gesundheitswerk der Hadassah einen hohen Grad von Selbständigkeit gibt und es nur noch in loser Verbindung mit der zionistischen Gesamtverwaltung läßt, soll dem XV. Zionistenkongreß zur Ratifikation unterbreitet werden.

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