Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Untersuchung von zwölf Wirtschaften einer Kolonie
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 13)
- Language
- German
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273 eventuelle Schlüsse auf den Zustand der eigenen (in ewiger Pacht befindlichen) Felder der Ansiedler verzichten. Werden sich aber die Leser dennoch Mühe geben und die angeführten Ernten auf Hektar umrechnen, so werden sie trotzdem bei einigen Kolonisten ziemlich erfreuliche Zahlen finden, mindestens bei Gerste 1400, 1560, 1730, 2240, 1650, 1340, 1630, 1280, 1960, 1800 Kilogramm per Hektar. Ich erwähne, daß die Jahre 1925-26 sehr regenarm waren, undwenn die Ernten im Jahre 1925 noch ziemlich hohe waren (vergleichende Tabellen werde ich vielleicht in meinen nächsten Artikeln geben können), dank der guten, das Wasser im Boden aufbewahrenden Bearbeitung, so konnte diese gute Bearbeitung schon nicht mehr für die Menge der Feuchtigkeit im Boden im Jahre 1926 Wirkung haben, und es ist daher der kleine Weizenertrag eine direkte Folge der schlechten klimatischen Verhältnisse des vergangenen Jahres (nebst der wahrscheinlichen Wirkung der arabischen Brache). Da wir für ein Arbeitstier zirka 3000 Kilogramm Gerste pro Jahr rechnen, so ist die Ernte der Gerste bei den meisten über den Bedarf gestiegen, nur Beth (2 Köpfe) und Jod haben es wahrscheinlich knapp gehabt und mußten das Fehlende durch andere Körner ersetzen. Hafer wird in dieser Kolonie nur versuchsweise angebaut (bei 40 Kolonisten habe ich nur 5 kleine Parzellen mit Hafer angebaut gefunden; von unserem Dutzend hat nur Schin 3 Dunam Hafer dieses Jahr angebaut). Der Hafer ist zwar in Zentraleuropa genügsamer als alles andere Getreide, bei uns aber verlangt der Hafer kräftigen, in alter Kultur stehenden Boden oder denselben Boden, wie der Weizen; da aber Weizen und Gerste einheimische Pflanzen sind, der Hafer aber eine fremde (man hat für ihn bis heute keinen richtigen Namen, weder im Hebräischen noch im Arabischen), so sind noch viele unserer Bauern zurückhaltend und gehen mit dem Anbau dieser Zerealie vorsichtig vor. Es ist nocii zu bemerken, daß in allen Mittelmeerländern die Gerste anstatt des Hafers als Futter angebaut wird. Alle Siedler bauen Mais an und einige schon mit rechtem Erfolge. Auch hat sich der Mais als Vorfrucht manchmal besser erwiesen als einige Leguminosen. Auch für Durra haben unsere neuen Kolonisten schon gute Ernten aufzuweisen, da der gewöhnliche Ertrag an Durra nur 40 bis 50 Kilogramm per Dunam ist, bei unseren Kolonisten nur bei Teth 33 Kilogramm, bei den übrigen von 50 bis 125 Kilogramm per Dunam. Von den Leguminosen wird die Wicke für Körner etwas angebaut, gibt aber ganz kleine Erträge; die Ursachen sind noch nicht ganz geklärt. Es werden auch Versuche zum Anbau von Linsen (2 Siedler), Fisolen (Gartenbohne) (ebenfalls ,2 Siedler) und auch die Platterbse (Lathyrus) als Viehfutter (1 Siedler). Von unserem Dutzend hat niemand Kichererbse gebaut, aber bei den übrigen (von 40 Kolonisten) haben sich fünf kleine Parzellen mit dieser einheimischen Leguminose gefunden. Es wird als befremdend angesehen werden, daß unsere Kolonisten wenig Leguminosen bauen, aber es läßt sich diese Erscheinung dadurch erklären, daß fast alle Leguminosen hierzulande sehr viel Handarbeit er-