Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Untersuchung von zwölf Wirtschaften einer Kolonie
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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267 vielleicht als Bestätigung dieser Meinung dienen: sobald in der Nähe brache vorhanden war, haben fast alle Kolonisten die Möglichkeit ausder geschilderten Kolonie von Arabern verlassene, daher freie Sommergenützt, noch ein Stückchen Boden zu bestellen. (Nur Herr Sahin hat dies vernachlässigt, aus Ursachen, die in den Erläuterungen zur Tabelle I gegeben sind.) Der zeitweilig benützte Boden ist schon fast ganz an neue Ansiedler verteilt worden, daher sind diese zufälligen F'lächen im laufenden Jahre (1927) bereits kleiner (Daleth bestellt wahrscheinlich 47 Dunam Boden eines Freundes, welcher noch nicht imstande ist, seine ganze 100 Dunam große Parzelle in Kultur zu nehmen). Die mit Obstbäumen, 'beziehungsweise Sträuchern bepflanzten Flächen schwanken bei verschiedenen Kolonisten innerhalb enger Grenzen; es haben nämlich einige Kolonisten ihre Weingärten noch nicht bis zur minimalen Norm (5 Dunam) gebracht, einige aus Vorsicht; man meinte, der schwere, aber an Kalk sehr reiche Boden werde für Wein nicht gut sein und wollte die Ergebnisse der Versuche abwarten; andere aus Mangel an Arbeitskräften; dagegen haben einige schon die Norm überstiegen und manche setzen den Anbau der Bäume und Sträucher fort; so hat Lamed noch dieses Jahr 1/a Dunam Obstbäume gepflanzt und ebenso haben es noch viele von den anderen hier nicht besprochenen Siedlern der Kolonie gemacht. Da die Tafeltrauben sich eines guten Absatzes erfreuen, so werden unsere Kolonisten wahrscheinlich die Fläche des Weinbaues sehr vergrößern, um so mehr, als die Erträge der noch ganz jungen Weinberge ziemlich gut sind. Es werden in Emek auch mit anderen aus der gemäßigten Zone und auch aus subtropischen Ländern stammenden Obstbäumen Versuche gemacht (in Ein Charod auch mit Orangen) und diese Versuche werden vielleicht in der Zukunft Verschiebungen in der Gestalt der Wirtschaften in den Emek-Kolonien hervorrufen. Hoffentlich wird es unseren Freunden aus den nördlichen Ländern bei Prüfung der Ergebnisse keine Schwierigkeiten machen, unsere Wirtschaften mit schon etwas subtropischem Charakter, mit 10 bis 12 Prozent Obst, auf deren Rentabilität zu beurteilen. Unbebaut sind größere Flächen (10, bezw. 7 Dunam) im Jahre 1926 nur bei „Kuf" und „Schin" geblieben. Dies ist verständlich bei Schin (siehe oben); bei Herrn Kuf ist die Ursache vielleicht in der Zusammensetzung der Familie zu suchen: in Wirklichkeit ist Kuf der einzige Arbeiter in der ganzen sehr großen (achtköpfigen) Familie; eine Frau, welche fünf' kleine Kinder, darunter einen Säugling, hat und welche für acht Seelen kochen, räumen und sorgen muß, kann in Hof, Garten, Kuh- und Geflügelstall nicht viel leisten. Auch ist der Nutzen eines Verwandten, eines 15jährigen Schülers, der aus dem Gallith kam, nicht groß. Es ergibt sich, wie man sieht, daß diese Familie rechnerisch zwei Arbeitskräfte, in Wirklichkeit aber nur eine hat. Daraus erklärt sich auch die Ursache, warum dieser Siedler für 1927 sich mit seinen 100 Dunam begnügt und auch von diesen 3 Dunam unbebaut läßt.