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Palästina · 1927-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 236

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 4-5
Article
[Rezension] / a. b.
Date
1927-01-01
Page
Seite 236 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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236 Archiv für innere Kolonisation (Deutsche Landbuchhandktng, Berlin), 1926, Heft 6. D. Dr. J. Brandt schreibt über: Die jüdische Kolonisation in Palästina. Da er die bekannte "Literatur verwendet, bringt er an Tatsachen nichts Neues. Bezüglich der Aussichten ist der Verfasser sehr pessimistisch. Die Böden bieten nur dürftige Ausnützungsmöglichkeiten. Nur an wenigen Stellen liegen gute Böden, welche aber nur zu unerschwinglichen Preisen käuflich wären. Die Kosten der Änsiedlung sind zu groß, die anzusiedelnden Menschen sind Städter etc. Anstatt nun, wie bisher alle Beobachter, die jüdische Leistung, welche all diese Schwierigkeiten überwindet, anzuerkennen, folgert er, daß die Juden dazu nicht taugen! „Es scheint sich doch zu bewahrheiten, daß der Handelsgeist der jüdischen Rasse im Blute liegt." Der Konkurrenz der billigen arabischen Arbeitskraft könnte nur durch jüdische Kinderarbeit begegnet werden. Hiezu kommen noch die Absatzschwierigkeiten. Auch die Industrie hat wenig Chancen wegen Mangel an Rohstoffen und hohen Löhnen der jüdischen Arbeiter. Verfasser tadelt die Zersplitterung der Fonds und die Verschiedenartigkeit der iSiedlungsformen. Der Absatz ist schlecht organisiert, an Führern für die Siedler fehlt es. „Aus allen diesen Gründen erscheint der Bestand und die Fortführung des jüdischen Kolonisationswerkes wenig aussichtsreich." Von keinem der Beurteiler aus den letzten Jahren ist ein derartig pessimistisches Urteil abgegeben worden, wie von diesem deutschen Theologen. Man versteht nicht, daß er, der P i n n e r, den Wirtschaftstheoretiker, und Mead, den ersten Fachmann iür Kolonisation, als Quellen angibt, sich als Nichtfachmann über deren höchst optimistische Urteile hinwegsetzen kann. Allerdings scheint, wie -aus oben zitiertem Ausspruch über die jüdische Rasse hervorgeht, der Verfasser mit vorgefaßter Meinung an die Beurteilung der Materie herangegangen zu sein. Das wird an manchen Stellen deutlich, so z. B. sagt Brandt, daß für Orangenbau die Rentabilität „unsicher" sein soll. Wenn der Verfasser über diesen höchst lukrativen Zweig der Kolonisation ein derartiges Urteil abgibt, dann ist verständlich, daß er die günstigen Momente nicht sehen will! — Einige Angaben.seien berichtigt. Eine Zuckerfabrik existiert in Palästina nicht. Die Hälfte des jüdschen Bodenbesitzes ist nach Brandt „Großgrundbesitz der Rothschild-Verwaltung". Das ist im ökonomischen Sinne unrichtig. Der Besitz der Pica ist weder eine zusammenhängende Fläche, die man ihrer Größe nach als Großgrundbesitz bezeichnen könnte, noch ist er als solcher verwaltet, sondern auf dem Boden sitzen jüdische Kolonisten. „Nichtzionistische" Siedlungen für solche der ICA etc. zu sagen, ist ein irreführender Ausdruck. a. b. Palästina-Literatur. Eine internationale Bibliographie von Prof. Thomson (J. C. Hinrichs Buchhandlung, Leipzig, Preis M. 20). Soeben erscheint dieser neue Band des bestbekannten Standardwerkes, das die Jahre 1915 bis 1924 umfaßt und von dem die vorliegende Hälfte allein 400 Seiten stark ist und 4925 Titel enthält. Es ist fast unbegreiflich, wie der Verfasser, trotzdem er von einigen Mitarbeitern unterstützt wird, unter denen sich auch Sam. Klein befindet, neben seiner wissenschaftlichen Berufsarbeit dieses ungeheure Werk zustandebringen konnte. Der vorliegende Teilband behandelt u. a. Geschichte, Archäologie, historische Geographie und Topographie. Der Kreis der einbezogenen Themen ist sehr weit gezogen, so daß z. B. auch die religionsgeschichtlichen Publikationen jüdischer {und anderer) Autoren einbezogen sind, wie z. B. Literatur über den babylonischen Talmud, ebenso die Geschichte von Israel, z. B. Veröffentlichungen über die Amarnazeit, Kunstgeschichte des alten Orients, der Islam usw. Es dürfte nur wenig dem Verfasser entgangen sein. Der zweite Band wird den Abschnitt über das heutige Palästina enthalten. Dieser Teil wird für die zionistisch eingestellten Leser von besonderem Werte sein. Ein wissenschaftliches Arbeiten über Palästina erscheint ohne Hilfe dieses bibliographischen Werkes nicht mehr möglich. Es sei hier an alle Autoren

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