Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Kolonisation von Tripolis [Nachricht]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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228 Kolonisten sind in den ersten 25 Jahren von allen Landsteuern befreit Die Experten berechneten, daß die Höchstzahl der Familien, die in Tripolis angesiedelt werden können, 37.500 betrage. Die eingeborene Bevölkerung beträgt 530.000 Köpfe. Städte. Städtische Kolonisation. Tätigkeit des Departements. Unser Mitarbeiter Dr. K. G., Tel-Awiw, schreibt uns: In den letzten Märztagen fand die zweite Sitzung der Moazah des Departements für städtische Kolonisation statt, in der Herr Dizengoff über die Tätigkeit berichtete. Er führte unter anderem aus, daß durch den Mangel an Mitteln nur ein kleiner Teil der vorgenommenen Arbeiten ausgeführt werden konnte. Von den im zugesagten äg. Pfd. 25.000 für die Gründung der Industriebank seien kaum äg. Pfd. 10.000 ihm zur Verfügung gestellt worden, worauf er die Eröffnung dieses Institutes hinausschob. Für 200 Darlehensgesuche um insgesamt äg. Pfd. 30.000 konnten nur äg. Pfd. 6000 für Industriekredite geopfert werden. Durch Unterstützung der Schuhfabrik „Keter" konnte diese ihre Arbeit wieder aufnehmen und beschäftigt nunmehr zwanzig Arbeiter. Aeg. Pfd. 3000 wurden gemeinsam mit dem Arbeitsdepartement für Handwerkerkredite ausgegeben. Dizengoff sprach sich gegen dieses System, Kredite durch das "Departement zu erteilen, aus„ welche Aufgabe ein kaufmännisch arbeitendes Institut erfüllen müßte. Aufgabe des Departements wären Bodenbeschaffung für Fabriken, Bau und Bereitstellung von Fabriksgebäuden, Verkaufsorganisation, Fachausbildung. Er berichtet ferner/ daß die Textilkommission eine Materialprüfungsstelle gegründet habe, welche auch die Förderung der Hausindustrie und die Absatzorganisierung vor hat. Sie läßt einstweilen auf 6 bis 10 Stühlen arbeiten. Es sei ein Plan in Arbeit, nach dem 250 Arbeiter auf 100 Handstühlen in der Hausindustrie Beschäftigung finden^ sollen. Es werde auch eine Rohstoffverteilungsstelle gegründet werden. Fortschritte wurden auch auf dem Gebiete des Fischfanges erzielt. Alle- Gruppen (acht mit 62 Mitgliedern) hätten Kredite von zusammen äg. Pfd. 2700 erhalten, doch sei größeres Kapital und Regierungshilfe, nötig. Man studiere auch die Möglichkeit der Fischzucht und erwarte bald die Regierungserlaubnis für die Anlage einer solchen. Mehrere Fachleute: übernahmen das Studium spezieller Pläne. Wichtig ist vor allem die Verwertungsmöglichkeit der Durrah, die im Lande gut gedeiht und bisher ausgeführt wurde. Man hofft, aus ihr Stärkemehl, Stärkezucker sowie Spiritus erzeugen zu können, für dessen Herstellung bisher Melasse aus Aegypten importiert wurde. Eingehend wird über die Möglichkeiten der Organisierung des Handels gesprochen. Dizengoff betonte, er dürfe es nicht unterlassen, auf die schädliche Wirkung der Hegemonie der Arbeiterverbände hinzuweisen, die eine Tätigkeit des privaten Kapitals außerordentlich hemmen. Wir stehen auf dem Standpunkt jüdischer Arbeit, wollen auch nicht eine Drückung der Löhne. Man wird trachten, auf alle Art den Reallohn zu erhöhen, um den Nominallohn niedrig zu halten und so die Konkurrenz des jüdischen Industriellen zu ermöglichen. Diese Frage werde auch den Kongreß beschäftigen müssen. Von der Sitzung des Aktionskomitees werde er für das kommende Halbjahr ein Budget von äg. Pfd. 50.000 verlangen, und zwar: Für Eröffnung der Industriebank . .... . äg. Pfd. 15.000 Einleitung der Haustextilindustrie.....\, „ 15.000 Organisierung des Fischfanges . .; . . . ,, „ 3.000 Einführung neuer Wirtschaftszweige ...-.„ „ 1.000 Organisierung des Warenverkaufes .,...„ „ 3.000 Nötigste Unterstützungen........„ „ 10.000