Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Konsolidierung [Nachricht]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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227 nächsten zwei Jahre sich selbst erhalten können. Zu diesen 19 Siedlungen der Arbeiterschaft kommen noch zehn Mittelstandsgruppen, für die der Keren Hajessod einen Teil des Budgets deckt. Diese zehn Mittelstandsgruppen sind folgende: Magdiel, Bne Brack, Sefardim in Beer Jakob, Kfar Saba, Kfar Uria, Kfar Aron, Söhne alter Kolonisten in Ness Ziona, Beer Towia, Gedera, Rechobot. Hiezu gesellen sich weiter noch Kredite des Keren Hajessod an die Jemenitensiedlungen in der Nähe der alten Kolonien. In Herzlia hat der Keren Hajessod 25 Siedlern aus der Gruppe der Bnei Benjamin ein Darlehen von äg. Pfd. 1250 gewährt. Bewässerungsarbeiten wurden in Magdiel und Nachlath Jehuda begonnen. Die Arbeiten des Misrad Kablani. Seit seinem Bestände hat der im Oktober y. J. gegründete Misrad Kablani (Unternehmerbureau des Merkas Chaklai) fünf Aufträge im Betrage von äg. Pfd. 5000 ausgeführt. Die Arbeiten wurden unter Leitung eines landwirtschaftlichen Sachverständigen von Arbeiter-Kwuzoth durchgeführt. Es werden jetzt mit der Zionistischen Exekutive Verhandlungen wegen deren Beteiligung am Grundkapital geführt. Das Aktienkapital soll auf äg. Pfd. 10.000 erhöht werden. Es wurde beschlossen, daß die Arbeit des ersten Jahres sich hauptsächlich konzentrieren soll auf: 1. Aufstellung von Kibbuzim für die Arbeit und Zuziehung von Fachleuten für alle Zweige der landwirtschaftlichen Betätigung; 2. Besorgung der nötigen Arbeitsgeräte; 3. Schaffung einer Zentralstelle für Pflanzungsarbeiten; 4. Sicherung des Grundkapitals; 5. Popularisierung des Misrad Kablani in und außerhalb Palästinas. Der Misrad beschäftigt derzeit 250 Arbeiter. Die Palästinaregierung hat dem Misrad Kablani den Auftrag zur Durchführung der Aufforstungsarbeit zwecks Anpflanzung von 39.000 Eukalyptusbäumen im Bezirk Tulkerem erteilt. Eine neue große Pflanzungskolonie wird in der Nähe von Chedera im Ausmaß von nicht weniger als 20.000 Dunam von der Pica und Sir R. Waley Cohen, dem Vorsitzenden des Londoner Wirtschaftsrates für Palästina, auf neue gekauftem Terrain angelegt. (Es dürften sich wahrscheinlich um die von uns in Nr. 3, Seite 142, gemeldete neue Koloniegründung handeln. Die Red.) Seidenraupenzucht. Der Leiter der palästinensischen Versuchsstation für die Zucht von Seidenraupen in Nachlath Jehuda weist in einem ausführlichen Artikel erneut-auf die Möglichkeiten der Entwicklung der Seidenraupenzucht in Palästina hin. Nach seiner Meinung läßt sich dieser Wirt* schaftszweig sehr erfolgreich entwickeln und kann ohne große Investierungen in erheblichem Maße die Einnahmen der palästinensischen Landwirtschaft steigern, besonders weil es sich um eine Tätigkeit handelt, die auch von Frauen ausgeübt werden kann. Es gibt gegenwärtig in Palästina neben der Versuchsstation für Seidenraupenzucht nur drei Kolonien, in denen man sich mit dieser Tätigkeit beschäftigt: Petach Tikwah, Beer Jacob und Schfejah. Die Erfolge sind sehr günstig. Zu bemerken ist noch, daß im benachbarten Syrien die Seidenproduktion einen Umfang von 3 Millionen Kilogramm jährlich erreicht hat. Eine neue amerikanische Gesellschaft. Von einer Abordnung amerikanisch-jüdischer Geschäftsleute, die vor kurzem Palästina bereisten, wurde eine neue Gesellschaft für Palästinawirtschaft mit einem Kapital von 1 Million Dollar gegründet, von denen 400.000 schon eingezahlt sind, und die sich vornehmlich mit Pflanzungen beschäftigen wird. Kolonisation von Tripolis. Diese ist von Interesse, da es sich um ein Land mit vielfach ähnlichen Bedingungen, wie Palästina sie bietet, handelt. Trotzdem die italienische Regierung, die über alle Hilfsmittel verfügt, selbst die Kolonisation durchführt, konnten seit 1922 erst 250 Familien angesiedelt werden, die durchschnittlich 50 Hektar besitzen. Die