Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wirtschaft.
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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130 und eine Wanderungspolitik wird vor allem letztere in das Land zu bringen haben. Daß die Bedeutung des Arbeitgebers und der privaten Initiative an manchen Stellen noch nicht genügend gewürdigt wird,, wird? durch einen Vorfall illustriert werden, der gegenwärtige Presse utfd Öeffentlichkeit stark erregt. ...... ' * Vor aiMgenNMöraaten (hat ein Amerikaner, Blum, an TeJ-Awaw eine. Fabrik für k ü n s 11 i c h e Z ä h n e eröffnet, in der vierzig Arbeiter beschäftigt. waren und die er mit der Zeit .auf..das Doppelte und Dreifache der ArbeiterzaM vergrößern wollte. Er forderte von der Regierung Befreiung von den Importzöllen, von denen die Dentisten befreit sind, er als Fabrikant »jedoch1 nicht. Als, die Erledigung dieses Gesuches lange Zeit hindurch verschleppt wurde, sperrte er »um Protest die Fabrik. Daraufhin intervenierte der 'Leiter des Departements für städtische Kolonisation, Dizemgof f, und begann bei der Regierung .zu verhandeln und es steht .zu erwarten, daß seine Intervention erfolgreich sein wird. iNun sollte ,'Lord Plumer, der dieser Tage Tel-Awiw besuchte, um au sehen, was für .konstruktive Hilfe 'seinerseits geleistet werden könnte, die Fabrik auf Veranlassung der Exekutive besichtigen, um für die «rasche Erledigung der Angelegenheit interessiert zu werden. Der Vorsatzende des Stadtrates, Bloch-flBlumenfeld, welcher der Arbeiterpartei angehört, führte den High Commissioner in Kindergärten, Volksküchen usw., nur nicht In idi-e Fabrdik, wie es vereinbart war. Warum, läßt sich noch nicht .feststellen.. Jedenfalls hat dieses Vorgeben des Stadthauptes die Erbitterung weiter Kreise (hervorgerufen und der Fabrikant gedenkt seine Fabrik nach Aegypten zu verlegen. (Inzwischen sind befriedigende Erklärungen der Regierung erfolgt und der Fall ist damit beigelegt worden.) En anderr Fall spielte sich in Jerusalem ab. Dort soll mit dem Bau des .Gebäudes des hebräisefien Lehrerseminars begonnen werden und es wurde eine Ausschreibung für den E;aiu erlassen. Von dem eingereichten 'Offerten war das teuerste das des SolelnBoneh. Dennoch versucht der Arbeiterinat Jerusalems mit allen Mitteln die Diirchführuing durch 'den Solel-Boneh zu erzwingen, obwohl selbstredend auch der in Aussicht genommene »Unternehmer mit meinem weitaus billigeren Offert nur jüdische (Arbeiter beschäftigt. (?Zu dieser Mitteilung unseres Berichterstatters bemerken wir, daß die Arbeiterorganisation wegen dieser Vergebung deshalb schwere Vorwürfe erhebt, weil der betreffende Unternehmer nichtorganisierte Arbeiter verwenden] darf.' Die Arbeitbureaus der organisierten Arbeiter, der Histadruth, hätten bisher die Verteilung der Arbeitstage und der Unterstützungen durchgeführt. 'Irgend eine zentrale Stelle hiefür müsse jedesfalls vorhanden sein. Unorganisierte Arbeiter dürfte es nicht .geben. Anm. d. Red.) * Diese nicht vereinzelten Fälle haben dazu geführt, daß sich nunmehr auch die bürgerlichen Elemente organisieren. Die vorige Woche konstituierte. Partei trägt den Namen „H i s t adru t h Esr ac hi t Leu mit", „Vereinigung nationaler Bürger". Aus den bisherigen Enunziationen ist zu erkennen, daß sich die Partei g e g; e u den Klassenkampf und nicht gegen die Arbeiter, vielmehr für -die Einheit des Volkes ausspricht, daß ferner das «Wort Bürger nicht als ökonomischer Begriff, sondern im Sinne des Staatsbürgers, aufgefaßt wird. Der Partei gehörten bei dtirer Gründung bereits achtzehn Organisationen .mit etwa 6000 Mitgliedern an.. Es sind dies die Verbände der Kolonisten, der Bnei Binjamdn (Kolonistenisöhne), Industriellen, Handwerker, Hausbesitzer, Sepharden Bucharen, Yemeniteri. und alle Landsmannschaften, .die sich schon vorher zur 'Gründung einer 'Mittelstandspartei zusammengescMossett hatten. Ebenso die Bnei Brifch und der Jugendverband Hanoar iHaleumith, Von den Kommissionen, die bei der Gründung gewählt wurden, verdient