Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Zur Einführung
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 Die Zeitschrift wird auch erst allmählich ausgebaut werden können, da infolge des dringlichen praktischen Zweckes, dem sie dient, beschlossen wurde, die Herausgabe nicht zwecks langwieriger Vorarbeiten hinauszuschieben, sondern sie lieber sofort erscheinen zu lassen und allmählich auszubauen. Die Leitung der Zeitschrift soll ihren Leserkreis in zionistischen, jüdischen und auch nichtjüdischen Kreisen finden. Der Aufbau Palästinas durch das jüdische Volk ist heute eine Tatsache, die völkerrechtlich legitimiert und von stets wachsender Bedeutung nicht nur für die Juden, sondern auch für die anderen Völker ist, namentlich soweit sie an der Judenfrage und den Problemen des nahen Ostens interessiert sind. Jede Stellungnahme zu diesem Faktum setzt eine laufende sachliche und möglichst objektive Information darüber voraus. Die vorliegende Zeitschrift will sich bemühen, eine solche zu schaffen. Wien, im Jänner 1927. Für die Herausgeber: Für die Redaktion: Dr. Leo Goldhammer. Adolf Böhm. Der Moment, in dem die vorliegende Zeitschrift wieder erscheint, ist, wie allgemein bekannt, ein für das Palästinawerk kritischer. Nicht in dem Sinne, als ob es selbst in Frage gestellt wäre. Seit fast einem halben Jahrhundert hat die jüdische Palästinakolonisation immer wieder schwere Krisen durchgemacht, und dennoch ging es stets vorwärts. Auch die gegenwärtige Krise wird sicher in nicht allzu langer Zeit überwunden sein. Was sie aber besonders markant macht, ist, daß durch sie deutlicher wie nie zuvor die Grundschwierigkeiten des Aufbauwerkes klar geworden sind und daß sie gleichzeitig in den interessierten Kreisen in der ganzen jüdischen Welt das Gefühl wachgerufen hat, daß dieses Werk an einem Wendepunkt steht. Wollen wir mit einer kurzen Formel die Grundschwierigkeit der Aufbauarbeit prägnant bezeichnen, so ist sie mit Bezugnahme auf das Oppenheimersche „Strömungsgesetz" die folgende: Palästina ist infolge des Mandats der Ort des geringsten politischen Drucks für das jüdische. Volk geworden und zieht deshalb Juden in Massen an. Dagegen ist Palästina für die Juden noch immer ein Ort hohen ökonomischen Drucks und kann deshalb Massen von Juden schwer festhalten. Die Aufgabe der Zionistischen Organisation ist es, diese Antithese aufzulösen, nicht aber, sie. zu leugnen.