Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Düngungsversuche in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379838-2379847-2383410--03921-2383474- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wurde und sich deshalb in dem denkbar schlechtesten Kulturzustande befindet. Der Boden wurde also zum erstenmal mit Dünger behandelt, und <lie Wirkung des Kunstdüngers zeigt sich daher ganz einwandfrei. Die Verwendung des Kunstdüngers in größerem Maßstabe in Palästina ist zwei Jahre alt. Die Landwirte hatten früher Gelegenheit, arabischen Dünger aus Nachbardörfern billig zu beziehen. Diese Quelle ist so ziemlich erschöpft und vor allem die Anfuhr sehr kostspielig. Die Ergebnisse meiner vorjährigen Topfversuche überzeugten die Landwirte von der Wirkung des Kunstdüngers, so daß im vorigen Jahre Wilhelma und Sarona für 10.000 Frcs. Dünger bezogen; zufrieden mit der Wirkung werden dieses Jahr für 21.000 Frcs. eingeführt. Auch die jüdischen Kolofiisten entschlossen sich, Kunstdünger zu verwenden, und zwar besonders in den Orangen- und Mandelgärten. Namentlich unsere Nachbarkolonie Petach-Tikwah hat sich dieses Frühjahr stark beteiligt. Meine diesjährigen Versuche sollen uns zunächst aufklären, wo die Grenze der Ertragsfähigkeit des Bodens zu suchen ist und welche Zusammensetzung für Böden derselben Klasse die günstigste ist. Wie aus der Tabelle ersichtlich, wurden dementsprechend die Mengen gesteigert und verschieden zusammengesetzt. Der Acker wurde im Sommer tief gepflügt, gewalzt und vor der Saat nochmals geschält. Die Bestellung von Gerste und Kunstdünger erfolgte am 3. November. Erstere wurde mit der Drillmaschine auf 15 cm Reihenentfernung von Süden nach Norden eingesät. Die Saat lief gleichmäßig auf, infolge anhaltender Trockenheit trat aber eine Stockung im Wachstume ein und zwar so stark, daß die Pflanzen nahe am Absterben waren; nur die stark mit Ammoniak gedüngten Parzellen zeigten am längsten ein frisches Aussehen. Geerntet wurde am 15. Mai. (Siehe Tabelle) Der Rentabilitäts-Berechnung sind folgende Preise für 100 kg zugrunde gelegt: Die Versuche zeigen, wie stark der Boden reagiert und für kleine Mengen schon recht dankbar ist. Ganz besonders günstig erweist sich die Parzelle II, und ohne Zweifel lassen sich die Erträge auf besser kultiviertem Land noch mehr steigern. Sehr wünschenswert wäre es, wenn die türkische Regierung die zollfreie Einfuhr von Düngemitteln genehmigen würde. Schwefelsaures Ammoniak 40% Superphosphat . . . 40% Kalisalz...... Körner......... Stroh.......... 35.40 Frcs. 22.40 „ 19.00 „ 14.00 „ 5.00 „ * * * 276