Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- [Rezension] / m
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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flS1 „Jephet". Sanimelband I. Jephet will vor allem Errungenschaften der arisch-europäischen Kultur und Literatur bezeichnen. Der Name ist gewählt, weil es sich hier um hebräische Uebersetzungen aus europäischen Literaturen handelt, nicht etwa, wie dies vor Jahrzehnten versucht wurde, in ein gekünsteltes Haskalah-Hebräisch, sondern in eine Sprache, in der der palästinensischen Bevölkerung wirklich Werke eines Goethe, Tolstoi etc. zugänglich gemacht werden wollen. Das ist nun allerdings ein kühnes Unternehmen, solange die junghebräische Sprache als Lebenssprache doch noch Mängel und Lücken aufweist. Andrerseits sind es in allen Sprachen vor allem Uebersetzungen, an denen die eigene Sprache zur Ausgeglichenheit und Universalität gebracht werden kann. Wenn man berücksichtigt, daß jene Kreise, aus denen solche Uebersetzungen stammen, fast durchweg dieWerke im Original (resp. in europäischen Uebertragungen) kennen, daß sie also in erster Linie für heranwachsende und künftige Generationen oder als volksbildende Lektüre im weiteren Sinne gemeint sind, so muß neben dem guten Hebräisch die passende Auswahl aus dem ungeheuer Vielen als das Wichtigste erscheinen. Vorliegender erster Band, der sich dem Auge recht gefällig darstellt, enthält in ziemlich gleichwiegender Zahl deutsche und russische Werke. Letztere sind besonders durch ihren menschlich-ergreifenden Charakter ausgezeichnet (Tolstoi: Der Tod des Iwan Iljitsch; Turgenjew: Das lebende Skelett; Gedichte Lermontows sind verhältnismäßig flüssig, wenn auch nicht immer poetisch übertragen). Aus der deutschen Literatur steht Goethe obenan (wobei immerhin zu bezweifeln ist, ob „Werther" für die Einführung gerade das Beste war), und der vorzeitliche Essay Emersons; „Goethe oder der Schriftsteller" bildet eine würdige Einleitung. Aus der neuen Literatur ist Gerh. Hauptmanns „Michael Kramer" aufgenommen, aus der nordischen eine Novelle von Björnson. Den Uebersetzern, namentlich des „Werther", M. Wilkanski gebührt volle Anerkennung ebenso wie den rührigen Leitern der Unternehmung, der R. Benjamin vorsteht. Wie es heißt, soll ein zweiter Sammelband bereits in Vorbereitung sein. Vielleicht wäre aber eine einheitlichere Aufnahme und Anordnung der aufgenommenen Werke anzuraten. — m — mVlü »Moledet". Im letzten Frühjahre wurde in Jaffa unter der Leitung des bekannten Jugendschriftstellers und Lehrers A. Ben Zion eine Jugendzeitschrift gegründet, von der vier Hefte vorliegen. In so kurzer Zeit kann sich allerdings der Charakter der neuen, in ihren Zwecken ja sehr wichtigen Zeitschrift erst langsam ausgestalten und es soll deshalb nur vom ersten Eindruck derselben gesprochen werden. Im allgemeinen ist dem erzählenden Teile am meisten Sorgfalt zugewendet. Einige der Kindererzählungen besonders zeichnen sich durch einen heiteren und lebendigen Ton aus, obwohl ja wieder Lektüre für Kinder und Kindergeschichte oft zu wenig unterschieden werden Manches ist allerdings etwas sentimental; manches nicht immer pädagogisch einwandfrei. Freilich ist die Monatsschrift für die „reifere Jugend" bestimmt und bei dem Mangel an fast jeglicher Jugendlektüre sind Altersgrenzen sehr schwer aufrechtzuerhalten. Einen ziemlich großen 271