Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Aus den Schulen : vom Schulleben in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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von Lehrbüchern „Kohelet" berichtete von einigen bevorstehenden Herausgaben : einer Anschauungslehre, eines geographischen und eines naturgeschichtlichen Lehrbuches und von dem Abschluß des Buches „Haarez" sowie der hebräischen Wandkarte. Zum Leiter des neuen Zentralkomitees wurde Dr. I. Lurie gewählt. In der ganzen Zeit der Lehrerkonferenz hielt Agronom Aaronsohn durch Anschauung unterstützte Vorlesungen über Botanik und Geologie des Landes. * * * Die Mädchenschule in Jaffa. Zu den bestgeleiteten Schulen in Palästina zählt vor allem die Jaffaer Mädchenschule. Die Entwicklung derselben ist — wie den Lesern Achad Haams bekannt ist — mit dem Fortschritt des Hebräischen als Schulsprache auf das engste verknüpft. Im Jahre 1890 als Seitenklasse einer Knabenschule gegründet, mußte sie, aus Mangel an Erhaltungsmitteln, längere Zeit von der Pariser Alliance und dem Odessaer Komitee der Chowewei Zion gemeinsam verwaltet werden. Das Resultat war ein seltsames Kompromiß, wonach in der Knabenschule großenteils französischer Geist herrschte, in der Mädchenschule das Hebräische allmählich zur ausschließlichen Unterrichtssprache wurde. Unter dem Einflüsse Achad Haams wendete 1902 das Odessaer Komitee seine Tätigkeit bloß der Mädchenschule zu, die seither völlig in nationalem Geiste geführt wird. Im Jahre 1907 wurde Dr. Turow zur Leitung der Mädchenschule berufen. Im Jahre 1909 wurde ein neues stattliches Schulgebäude fertiggestellt, für dessen Bau Herr Feinberg aus Irkutsk eine reiche Spende gemacht hatte. Die Zahl der Schülerinnen ist eine sehr große; sie betrug im abgelaufenen Jahre 388. Auch in Jaffa zeigt sich in den durchschnittlichen Schichten der Bevölkerung, aus denen sich das Schülermaterial zusammensetzt, eine Disproportion in der Ausbildung der Knaben und Mädchen, da ein großer Teil der Knaben noch die orthodoxen Chedarim usw. besucht (wozu in Jaffa nöch die Tachkemonischule kommt). Die Administration der Schule untersteht dem Odessaer Komitee, die Lehrer bilden einen pädagogischen Rat, dem ein Aufsichtsrat beigegeben ist. Es scheint hier eine stabilere Ordnung zu herrschen, als in vielen anderen Schulen. Der Lehrplan, der seit kurzem ausgearbeitet vorliegt, entspricht modern-europäischen Mustern, mit starker Hervorhebung des Anschauungsunterrichtes, der Heimatskunde in allen Zweigen (in Geographie, Naturkunde, Geschichte), dann des Hebräischen und der jüdischen Geschichte. Außer Hebräisch wird noch Französisch als fremde Sprache unterrichtet. Die Schule zählt acht Klassen, drei elementare Vorbereitungs- und fünf Hauptklassen. * * * — In den Kolonien Galiläas: Mesha, Melhamie und Jemma wurden neue Schulgebäude errichtet. — Herr Israel Beikind wurde als Schulleiter nach Chederah berufen. V 261