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Palästina · 1911-01-01 · Heft 10 · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 10
Article
Projekt einer jüdischen Villenstadt in Palästina
Date
1911-01-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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getrennt. Allmählich ist dieser Nebenarm zugeschwemmt und schließlich durch einen im Jahre 1910 von der Palestine Land Development Company errichteten Damm ganz abgedämmt worden, so daß aus dem alten Flußbett fruchtbares Ackerland geworden ist. Geschichte. Auf dieser Halbinsel stand in der Zeit, als der jüdische Staat noch existierte, die befestigte Stadt Tarichäa, die in römischer Zeit zerstört wurde. Aber ihre Spuren sind nicht verloren. Der Lauf ihrer Festungswälle ist noch heute gut zu verfolgen. Die ganze Halbinsel ist mit Trümmern von behauenen Bausteinen übersät, und an vielen Stellen zeigen sich noch wohlerhaltene Fundamente von Gebäuden. Reste von Säulen sind lingsum zerstreut; auch mächtige Quadersteine aus Basalt, in der Mitte durchbohrt, die einmal als Wasserleitungsrohre dienten und frisches Quellwasser aus dem Wadi Fedschas hierher brachten, zeugen durch ihre virtuose, bis heute unnachahmliche Bearbeitung des harten Basaltgesteines von dem was einst hier war. Landschaftliche Reize. In ganz Palästina gibt es vielleicht keinen Ort von so eigenartigem landschaftlichem Reiz wie diese Halbinsel Kerak. Ist an sich schon das gewaltige Wasserbecken des Tiberias- Sees in dem von Natur wasserarmen Lande ein Naturschauspiel, das durch seine wunderbaren Farben und die von Wellen, Nachen und Wasservögeln belebte Oberfläche den Sinn stets von neuem gefangen nimmt, so ist die hohe Halbinsel am Ufer des Sees wiederum wohl der schönste Punkt am See. Man genießt einen ungehinderten Ausblick über die ganze Fläche des Sees von Semach im Süden bis nach Tapcha und Kapernaum im Norden, und von da schweift der Blick ungehindert weiter bis zur Kette des Hermon, dessen Gipfel, bis in den Hochsommer hinein mit Schnee bedeckt, greifbar deutlich zu sehen sind. Auf der östlichen Seite des Sees, der an dieser Stelle etwa 2 Kilometer breit ist, erheben sich die zerklüfteten Berge des Dscholan, die abends bis in die kleinsten Risse und Fältchen zu überschauen sind, wenn die Sonne auf der gegenüberliegenden Seite hinter der hohen Jordanterrasse untergeht und magische Lichtspiele auf Berg und Himmel zaubert. Nach Süden folgt der Blick dem Jordan von der Stelle, wo er aus dem See austritt, landeinwärts. In gewundenem Laufe rauscht der Fluß mit starkem Gefälle, oft kleine Kaskaden bildend, in seinem tiefen Bette und staut sich an den noch gut erhaltenen Pfeilern der Römerbrücke die in alter Zeit auf vielen großen Bogen den Fluß überspannte. Verbindungen. Hier oder nirgends in Palästina wäre der geeignete Platz für eine Ansiedlung reicher europäischer Juden. Die Verbindungen nach allen Richtungen sind vorzüglich. In etwa einer halben Stunde ist jetzt mittels Wagens oder Bootes die Bahnstation Semach zu erreichen, von der aus man in den komfortablen Wagen der Hedschasbahn binnen drei Stunden in* Haifa sein kann. In der anderen Richtung bringt die Eisenbahn den Reisenden in neun Stunden nach Damaskus, der Metropole Syriens. Die Stadt Tiberias, in der die Juden die Mehrheit der Bevölkerung bilden, ist zu Wagen und zu Boot noch nicht eine Stunde entfernt. Mit der Indienststellung eines guten Motorbootes wird die Fahrtdauer nach Semach und Tiberias sich nur noch auf eine Viertel- bzw. auf eine halbe Stunde belaufen. 242

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