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Palästina · 1911-01-01 · Heft 10 · p. Seite 237

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 10
Article
Die Palästinaarbeit auf dem X. Zionistenkongress
Date
1911-01-01
Page
Seite 237 (sequence 3)
Language
German
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steht, hat es unter anderem auch die Funktionen eines Inforrriationsbureaus für Palästina zu erfüllen und insbesondere auch private Kapitalien zur Anlage in Palästina heranzuziehen versucht. In dieser Linie lag auch die Gründung solcher Institutionen, wie des Industrie-Syndikates, der Immobiliengesellschaft, die Anregung und Beratung privater Gruppen, wie z. B. einer amerikanischen und einer rumänischen Gruppe, in dem Ankauf und der Bewirtschaftung neuer Bodengebiete. So hat auch auf Anregung des Palästinaressorts die „Tiberias-Land- und Plantagengesellschaft" bei Megdel am Tiberiassee eine große Gutswirtschaft eingerichtet, in der schon jetzt ca. 20 jüdische Arbeiter ständige Beschäftigung finden. Als besonders wichtige Vertretung desPalästinaressorts fungiert weiters das Palästinaamt in Jaffa, das die Verwaltungsstelle sämtlicher zionistischer Institutionen in Palästina bildet — von der Anglo Palestine Comp, abgesehen — und durch stete Fühlungnahme mit allen möglichen in Palästina interessierten Faktoren, Personen und Gesellschaften, auf die verschiedensten Zweige des Fortschritts in Palästina Einfluß nimmt. Gegenwärtig ist das Palästinaamt für Rechnung des Nationalfonds und einiger Privatpersonen mit dem Bau von Arbeiterhäusern und mit den Vorarbeiten für die Errichtung einer großen Milchwirtschaft, sowie einer Schule für landwirtschaftliche Volontäre in Benschamen beschäftigt, sowie im Auftrage eines russischen Palästinafreundes mit der Vorbereitung der Gründung einer Gewerbeschule in Jaffa. Von besonders wichtigen Gründungen hebt der Bericht die endgiltige Gründung der landwirtschaftlichen Versuchsstation hervor, welche unter dem Namen „The Jewish Agricultural Experiment Station" bereits sichergestellt ist, und für welche vorläufig schon Versuchsfelder in Atlit und in Haifa selbst eingerichtet wurden. Was kulturelle Institutionen anbelangt, so bezeichnet der Bericht die Konsolidierung des bis jetzt sehr geringfügigen Kulturfonds als eine der wichtigsten bevorstehenden finanziellen Aufgaben. Mangels solcher spezieller Fonds komite auch weder die Angelegenheit des „Mikrobiologischen Instituts" in förderliche Wege gebracht, noch die Nationalbibliothek in Jerusalem in erforderlicher Weise ausgebaut werden. Die Sammlungen für das mikrobiologische Institut, die bis jetzt zumeist von ärztlicher Seite angeregt wurden, weisen das Ergebnis von 24.962 M auf. Besonders lobend wird der Plan des „Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit" begrüßt,, ein Arbeits- und Ausbildungsinstitut für Frauen und Mädchen in Garten- und Landwirtschaft, Geflügelzucht und sonstigen ländlichen Beschäftigungen ins Leben zu rufen. Wie bereits des öfteren erwähnt, ist im abgelaufenen Jahre unter Mithilfe des Palästinaressorts eine „Gesellschaft für Palästinaforschung" begründet worden, welche in diesem Herbste eine Expedition zum Toten Meere entsenden will. Gegenwärtig ist das Palästinaressort daran, eine hebräische Wandkarle, die mit Unterstützung des Odessaer Palästinakomitees und des Nationalfonds durch den Palästinensischen Lehrerverband zu Ende gebracht wurde, herauszugeben. Spezielle Subventionen hat das Ressort der bekannten Thomsen'schen Palästinabibliographie sowie der Zeitschrift „Palästina" zugewendet. 237

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