Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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als der bisherige Besitzer. Nach diesen allgemeinen Erwägungen gibt der Verfasser auf knappem Raum eine Uebersicht der Kolonialgeschichte, die natürlich nicht ins Detail gehen kann. Für die neuere Zeit ergeben sich interessante Ausblicke durch die Vergleiche spanischer und englischer Kolonisation in Amerika. Erstere hat fast gar keine ländlichen Siedler geliefert, außer in Chile, das diesem Umstand seine relative Ueberlegenheit verdankt; „der Spanier ist in Amerika nicht Herr des Bodens durch eigene Arbeit geworden", ferner hat er sich von Vermischung mit den unkultivierten Farbigen nicht ferngehalten. Diese beiden Momente sind die Hauptursachen der Rückständigkeit, die Südamerika noch heute aufweist. Die Engländer hingegen haben tüchtige Siedler nach Nordamerika entsendet, die nicht durch Exploitierung von Goldminen, wie die Spanier in Südamerika, sondern durch ihrer Hände Arbeit sich ernähren mußten. In steten Kämpfen mit den Eingeborenen und den weißen Rivalen hat sich die anglo-amerikanische Rasse gebildet, ihre Tüchtigkeit erworben und sich außerdem rein erhalten von jeder Vermischung. Aus der neuesten Zeit ist besonders die Politik des amerikanischen Landamtes bemerkenswert, dessen Grundgedanke es war, „jedem Arbeitsfähigen und Arbeitswilligen die Möglichkeit eigenen B od e n e rw e r b s z u gewähren, a n d e r e rse i t s e i n en Großgrundbesitz nicht aufkommen zu lassen." So besitzen die Vereinigten Staaten einen Stand von Grundbesitzern und Ackerbauern, der als schwer zu erschütternde Grundlage ihrer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Wohlfahrt von unschätzbarem Werte ist." Die Darstellung ist bis auf die neueste Zeit fortgeführt, allerdings stört gerade da, wo die unmittelbaren Tagesfragen anknüpfen, die kursorische Behandlung sehr, wie z. B. bei Besprechung der Algecirasakte. Am Schlüsse zeigt der Verfasser, wie im Laufe der Geschichte die germanischen Völker in der Welt das Uebergewicht über die romanischen errungen haben. Er sieht für das deutsche Volk noch eine große Zukunft bezüglich kolonialer Bestrebungen und hält diese für eine gesunde, natürliche Betätigung. „Ein Volk, das darauf verzichtet, den eigenen Geist und die eigene Art zur Geltung zu bringen in dem vielfarbigen Bilde menschlicher Kultur, versäumt seine Pflicht nicht nur gegen sich selbst, sondern auch gegen die Menschheit und verdient nichts anderes, als daß die Geschichte hinwegschreitet über seinen Bestand. V Vom Jüdischen Nationalfonds. Spendeneingänge. Für das erste Halbjahr 1911 weist der Jüdische Nationalfonds Eingänge in der Höhe von 222 949 01 Mark aus, was gegen das erste Semester 1910 per 177199 eine Mehreinnahme von zirka 45 000 Mark oder 26% ergibt. Hievon entfällt auf die Oelbaumspende rund 34 000 Mark und auf die Landspende 18 600. An den Eingängen beteiligt sind : Rußland mit rund Mark 51 000, Nordamerika mit rund 40 000, Oesterreich mit rund 38000, Deutschland mit rund 28 000. & , Kurze Nachrichtenschau. — Der Bau des neuen Viertels in Jaffa, Nach'at Benjamin, wurde bereits begonnen. Es wird geplant, die neue Kolonie mit Tell-Awiw unter eine Leitung zu stellen. 229