Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- Die Tätigkeit des Hilfsvereines der deutschen Juden in Palästina und Syrien 1910
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 4)
- Language
- German
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öffnet. Außerdem ist die Bevölkerung darüber enttäuscht, daß an den Kindergärten Jceine Schule angegliedert wird. Hiezu fehlt aber, wie der Bericht betont, die finanzielle Mitwirkung der Bevölkerung, eine Vorbedingung, auf die der Verein aus prinzipiellen Gründen nicht ganz verzichten kann. Jüdisches Institut für technische-Erziehung in Haifa. Der Hilfsverein will schon jetzt den Betrieb und das jährliche Budget des Technikums sicherstellen. Dr. Nathan veranschlagt, daß Technik und Vorschule für etwa 600 Schüler Raum haben sollen. Eine Anzahl der Schüler wird in einem noch zu erbauenden Internat unterzubringen sein. Ein Teil der Zöglinge wird in der Lage sein, die Kosten des Unterhaltes und des Unterrichtes selbst zu bestreiten, für andere wird alles oder ein Teil gezahlt werden müssen. Das Erfordernis zur Erhaltung der Schüler und des Institutes veranschlagt der Hilfsverein mit M 200.000. Es besteht die Absicht, diese Summe durch Stipendien (Sholarships) von je M 1000 jährlich für sämtliche Kosten, oder durch solche von M 200, die nur die Unterrichtskosten decken, aufzubringen. Durch die Tätigkeit des Mitgliedes des Kuratoriums Dr. Schemarja Levin sind in den Vereinigten Staaten allein für den Betrieb bis jetzt M 42.000 pro Jahr gezeichnet worden. In Deutschland wurden Verpflichtungen in der Höhe von M 15.000 pro Jahr eingegangen. Die Familie Wissotzky, von der bekanntlich das Grundkapital, eine Viertelmillion Mark, für den Bau stammt, hat ein einmaliges Stipendium von Frcs. 30.0CO zur Verfügung gestellt. V Bibel und Naturgeschichte. Für die Liebhaber von Merkwürdigkeiten auf dem Gebiete der Kulturforschung hat das Londoner Museum für Naturgeschichte eine interessante kleine Ausstellung eröffnet. Es hat nämlich in einigen Nischen im großen Saale des Erdgeschosses Pflanzen, Tiere und Steine zusammengestellt, wie sie in der Bibel vorkommen und wie sie uns jetzt im Lichte der modernen Forschung erscheinen. Die Pflanzungen sind in getrockneten Zustand, die Tiere teils ausgestopft, teils in Abbildungen zu sehen, die Steine sind in Glasflüssen wiedergegeben. Wir sehen aus solchen Zusammenstellungen, welche Schwierigkeiten die ersten Uebersetzer der Bibel, Deutsche wie Engländer, zu überwinden hatten, als sie eine ihnen persönlich ganz fremde Tier- und Pflanzenwelt ihren Landsleuten und Zeitgenossen verständlich machen mußten. Selbst sehr gelehrte Männer jener Zeit wußten mit den hebräischen Tier- und Pflanzenbezeichnungen oft nichts anzufangen und bedienten sich einer verallgemeinernden Ausdrucksweise, die den Sinn des Textes nicht mehr richtig wiedergab. So belehrt uns die Ausstellung des naturwissenschaftlichen Museums darüber, daß das, was die Bibel mit „Apfel" bezeichnet, mit größter Wahrscheinlichkeit die Aprikose gewesen ist, die mit der gegebenen Beschreibung besser übereinstimmt Die aus Armenien stammende Aprikose war den Bewohnern Palästinas sehr gut bekannt, während sie unseren Apfel nicht 226