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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 222

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Archäologisches [Nachricht]
Date
1911-01-01
Page
Seite 222 (sequence 2)
Language
German
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reste die Grenze der alten Stadt bezeichnen. Die äußere Mauer zeigt Bastionen und ist megalithisch (aus großen Steinblöcken) gebaut. Das östlich außerhalb dieser Mauer gelegene Areal zeigte nur Spuren byzantinischer und arabischer Zeiten. Zahlreiche Ruinen des sehr großen Platzes weisen auf ein altes byzantinisches Kloster hin. Aus vorsemitischer Zeit wurden zahlreiche Bruchstücke von Vasen entdeckt, darunter solche, welche ihre Originale in Cypern und Kreta haben, daneben auch solche semitischen Ursprungs. Insbesondere fanden sich solche Funde in zwei Höhlen, die als Begräbnisplätze dienten. Ferner wurde eine semitische Lampe und ein ägyptisches Alabastergefäß aus der 18. ägyptischen Königsdynastie aufgefunden, oberhalb eines Bodens von Mörtelpflaster. Ferner wurden Krughenkel, kleine Götzenbiidnisse, Lanzen- und Pfeilspitzen vorgefunden. An verschiedenen Stellen zeigten sich Spuren einer großen Feuersbrunst. * * * Als Nachspiel zur vielbesprochenen Affäre des Raubes in der Omarmoschee wird noch berichtet, daß der Pascha von Jerusalem, Osmi Bei, seines Amtes enthoben wurde. Eine Expedition nach dem Toten Meere. Aus Berlin wird der „N. J. K." gemeldet : Die Gesellschaft für Palästinaforschung in Berlin hat beschlossen, eine Expedition zur Erforschung des Toten Meeres nach Palästina zu entsenden. Sie soll im Oktober d. J. unter der Führung des Custos am kgl. Institut für Meereskunde in Berlin, Herrn Dr. Ludwig Brühl, von Jaffa aufbrechen, der von drei oder vier Europäern begleitet wird und sich etwa sechs Wochen lang mit der Erforschung des merkwürdigsten aller Binnenmeere zu beschäftigen gedenkt. Im 19. Jahrhundert haben bereits einige Forschungsreisen*) die genauere Untersuchung des etwa 75 km langen und bis zu 221/2 km breiten abflußlosen Gewässers zum Gegenstande gehabt. Aber nur eine einzige, die des Amerikaners Lynch, hat sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und mit ausreichenden Instrumenten gearbeitet. Diese Expedition fand schon 1848/49 statt und arbeitete mit den damaligen unzulänglichen Methoden. Es ist deshalb anzunehmen, daß eine mit modernem Rüstzeug ausgestattete Expedition ganz neue und grundlegende Ergebnisse zeitigen wird. Denn über die Konfiguration des Meeresbeckens, die chemische Beschaffenheit des Wassers und seiner Strömungen, über das feinere Verhalten des verschiedenen Salzkomponenten des fast 24% Salz enthaltenden Wassers weiß man so gut wie nichts. Auch die organische Welt ist nicht genauer untersucht. Während man früher annahm, daß das Tote Meer ohne alle Lebewesen sei, weiß man heute vom Vorkommen einer kleinen Fischart, die lebende Junge zur Welt bringt. Man hofft aber auch andere lebende Organismen, Algenarten, Bakterien, die im schwefelwasserstoff- *) Vide den Aufsatz A. Friedmanns in Nr. 4 und 5 unserer Zeitschrift. 222

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