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Palästina · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Eine Palästina-Reisegesellschaft [Nachricht]
Date
1911-01-01
Page
Seite 165 (sequence 2)
Language
German
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Der Verein soll sich nicht auf Hamburg beschränken, sondern der Vorstand beabsichtigt, möglichst viele Mitglieder auch außerhalb, sowohl in Deutschland als auch in außerdtutschen Ländern, zu gewinnen. Da auf 50 bis 55 Mitglieder jährlich ein Gewinn entfällt, so wird beabsichtigt, eventuell Ortsgruppen des Vereines zu gründen und unter deren Mitglieder die auf ihre Anzahl entfallenden Gewinnanteile separat zu verlosen. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an den Schriftführer Herrn Dr. Chwolles, Altona-Bahrenfeld, Mozartstraße 7. Der „Bachar".*) Bild aus dem Arbeiterleben in Palästina, von M. Wükansky. (Aus dem Hebräischen.) Wir vervollkommnen uns immer mehr in unserer Arbeit. Unser Herr führt die Aufsicht nicht mehr und hat einem von uns seinen Maßstab übergeben. Schon gibt es einige, die sich in der Arbeit besonders hervortun, obgleich gerade sie sich früher am allermeisten vor dem Bachar gefürchtet hatten. Einer von ihnen, ein Mensch von freundlichem Aussehen, arbeitet ohne jede Spur von Ermüdung — und steht mit einem Lächeln von Glück und Selbstbewußtsein, hart an seinem Nachbar, der schweißbedeckt und kleinmütig die Indschilstücke zusammenklaubt — steht und wartet, daß dieser ihm Platz mache. Und so stehen alle in der Reihe, gebückt, mit gespreizten Beinen; schwingen den Spaten, den sie mit beiden Händen greifen, und schlagen kräftig in den Boden, worauf die Linke bis zum Eisen hinuntergleitet, und der Spaten samt der Erde wird kräftig nach rückwärts geworfen — aber nur die Hände bewegen sich im Auf und Nieder, während der Körper zwar gebückt, aber fest am Platze steht. So wetteifert man miteinander, in großer Hurtigkeit, mit Siegesverlangen, mit einem Lächeln von Glück und offenbarer Freude. Schande nur dem, der nicht vorwärts kommt, aus Mangel an Kraft, oder wegen zu viel „Indschils" oder wegen des harten Bodens; alle Ausreden helfen ihm nicht. Viele Gäste gibt es bei uns, vom Morgen bis zum Abend. Jeder Fußgänger, jeder Gast der Kolonie will uns an der Arbeit sehen, jeder Arbeitslose will bei uns lernen, jeder Spaziergänger macht seinen Weg hierher. Von ferne erkennt man auch schon den Ort unserer Arbeit. Manche Zuschauer bitten für einige Agenblicke um die Hacke, treten mit ihrem sauberen Gewand in die Furche und versuchen die Arbeit — der fleißige Schüler wundert sich über seine eigene Leistung, ist es eine Schülerin, dann erhebt sie diese gar in den Himmel — aber nach einigen Augenblicken schon werden sie müde. Dann schilt sie noch der „Lehrer" über den Zeitverlust, den sie ihm bereiten, schwingt vor ihnen den Spaten weiter, daß es aussieht, als ob dieser nur so von selbst arbeitete, der Boden von selbst sich zerstückelte und rückwärts flöge — und die Schüler blicken voll Staunen und voll Neides 'auf die Kraft und Weisheit des Meisters. *) Fortsetzung aus Nummer 5. 165

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