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Palästina · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Statistik der Auswanderung nach Palästina über Wien, vom 1. Januar bis 31 Dezember 1910
Date
1911-01-01
Page
Seite 164 (sequence 3)
Language
German
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jüdisch) beherrschten 156 (46%) die Landessprachen, mehr als drei Sprachen beherrschten 110 (34%). Auf die einzelnen Monate verteilt sich die Emigration folgendermaßen: Jänner 26, Februar 12, März 18, April 9, Mai 30, Juni 38, Juli 34, August 51, September 56, Oktober 11, November 30, Dezember 27. Wie ersichtlich fällt das Minimum in den April (9), das Maximum in den September (56). Dieser Umstand, daß in der günstigsten Zeit, im Frühjahr, am wenigsten Emigranten reisen und in der ungünstigsten, im Hochsommer, die meisten, ist darauf zurückzuführen, daß die meisten Emigranten keine Landeskenntnisse besitzen und keine Informationen einziehen. y Eine Palästina-Reisegesellschaft. In Hamburg hat sich vor kurzem eine Palästina-Reisegesellschaft gebildet, welche darauf angelegt ist, auch nicht allzu Bemittelten die Möglichkeit einer solchen Reise zu verschaffen. Und zwar geschieht dies nach der Methode eines Losvereines, wobei jedoch die gegenseitige Hilfe und die eigene Hoffnungschance das einzige treibende Motiv des Beitritts bilden. Es wird also die Reiseteilnahme durch das Los bestimmt, und zwar werden die Reisebeihilfen in Anteilen von je 500 Mark unter die Mitglieder verlost. Dasjenige Mitglied, welches durch das Los das Recht auf die Reisebeihilfe erworben hat, ist verpflichtet, die Reise innerhalb zweier Jahre nach der Verlosung, welche alljährlich stattfinden soll, zu unternehmen. Die Beihilfe ist auf 500 Mark festgesetzt worden, weil erwartet wird, daß der Gewinner, da er bis zu der Ausführung der Reise zwei Jahre Zeit hat, den etwa noch erforderlichen Rest durch Unterlassen seiner gewöhnlichen Sommerreise und durch Sparsamkeit im übrigen leicht aufbringen kann; auch wird dadurch eine größere Anzahl von Reisenden' das Ziel erreichen können, und gerade dadurch wird der Verein eine größere Anzahl von Mitgliedern gewinnen. Ist es dem Gewinner nicht möglich, innerhalb der vorgeschriebenen Zeit die Reise zu unternehmen, so erhält er nicht etwa die Beihilfe zu freier Verfügung, sodaß der Zweck des Vereins also nur auf eine gewöhnliche Geldlotterie herauskäme, sondern er kann sein Recht auf die Beihilfe auf eine andere Person, welche aber schon zur Zeit der Verlosung Mitglied des Vereines gewesen sein muß, übertragen. Anderenfalls fällt der Anteil an den Verein zwecks Vornahme einer neuen Verlosung zurück. Mitglieder, welche mit Hilfe des Vereins eine Palästinareise unternommen haben, sollen gehalten sein, in einer Vereinsversammlung mündlichen oder schriftlichen Bericht über die Reise zu erstatten. Diese Berichte sollen eventuell auch in geeigneten Zeitschriften zur Veröffentlichung gelangen. Der Jahresbeitrag beträgt 10 Mark, es steht jedoch den Mitgliedern frei, ein Vielfaches des Jahresbeitrages zu zahlen, wodurch sie das Recht zur mehrfachen Teilnahme an den Verlosungen erwerben und natürlich die vielfache Gewinnchance haben. Geleitet wird der Verein von einem aus drei Mitgliedern bestehenden Vorstand, der absichtlich so klein gewählt ist, um die Verwaltung nicht zu kompliziert und kostspielig zu machen. Die Generalversammlung und die Verlosungen finden alljährlich in den Halbfeiertagen des Pessachfestes statt. Die Mitgliedschaft des Vereines kann jeder Jude und jede Jüdin gegen Zahlung des Jahresbeitrages von 10 Mark erwerben. Schriftliche Anmeldungen werden vom Vorstand jederzeit entgegengenommen. Auch zu Auskünften jeder Art über den Verein ist der Vorstand gern bereit. 164

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