Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Reform der Bodengesetzgebung in der Türkei [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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viertel. Hiezu ist die Genehmigung durch ein kaiserliches Irade nötig. Werden auf Grund desselben Gemeinden errichtet, so müssen die Mitglieder ottomanische Untertanen sein. Eine weitere wichtige Neuerung ist es, daß das Grundbuch fortan „öffentlichen Glauben" erhalten soll, d. h. daß die einmal rechtsgiltig eingetragenen Eigentumstitel nicht wie bisher angefochten werden können.. Dies wird der bestehenden Rechtsunsicherheit bezüglich Immobiliarbesitz ein Ende machen. Die gegenwärtig auf fingiertem Namen eingetragenen Besitztitel vou Schulen, Gemeinden etc. können innerhalb einer Frist von sechs Monaten; berichtigt werden. Es wird geraume Zeitdauern, bis dieses Gesetz Senat und Kammer passiert haben wird. Seine Annahme wird einen bedeutenden Fortschritt involvieren, wenn auch die Durchführung in der Praxis sich recht langwierig gestalten wird, da es selbst in den westeuropäischen Staaten Jahrzehnte gedauert hat, bis die Grundbücher in Ordnung gebracht wurden: Was noch einer Reformierung harrt, wenn schon dieser Entwurf angenommen werden sollte, das sind namentlich das Hypothekenwesen und die Steuergesetzgebung. Angesichts des Umfanges . der nötigen Reformen kann auch hierin nur ein langsames Tempo erwartet werden. Ueber den angeblichen Raub in der Omarmoschee bringt die „Deutsche Levante-Zeitung" Nr. 5 einen authentischen Bericht aus Jerusalem. Als die Gerüchte von dem angeblichen Raub von Heiligtümern so z. B. des Panzers Davids, der Krone Salamons, der ältesten Bibel,, der Lanze Abis (!!) sich verbreiteten, gelang es den Behörden gerade noch, die Engländer, welche die Ausgrabungen seit Jahren führen, bei der Einschiffung in Jaffa anzuhalten. Ihr Gepäck wurde, gründlich untersucht, doch wurden keinerlei Antiquitäten gefunden. Trotzdem ist die Bevölkerung noch immer unruhig, da erwiesenermaßen das Heiligtum in der Omarmoschee erbrochen ist. Die englische Gesellschaft, welche die Ausgrabungen seit einigen Jahren durchführt, hat sich jedenfalls viele Verdienste erworben. Zunächst beschäftigte sie 300 Arbeiter, denen sie sehr hohe Arbeitslöhne zahlte. Sie reinigte ferner den Siloah-Kanal von Schlamm, so daß die Wasserzufuhr zur größten Freude der Bevölkerung von Silouän um 50 Prozent erhöht wurde. Ferner behauptet der Leiter der Expedition Hauptmann Parker, daß definitiv der Ort festgestellt wurde, wo Davids Stadt und die ihr vorausgegangene jebusiterstadt stand. Diese existierte sicher 2000 Jahre,, bevor David sie einnahm. — Während des jüngsten Pessachfestes ging in Palästina Spätregen nieder, der von belebender Wirkung auf die Vegetation des Landes war. Manche Pflanzen und Feldfruchte, die unter der Trockenheit der letzten Wochen sichtlich gelitten hatten, wurden durch das erfrischende Naß neugekräftigt. Man hofft in landwirtschaftlichen Kreisen Palästinas allgemein auf eine vorzügliche Ernte. Der Raub in der Omarmoschee. & Kurze Nachrichtenschau. 16t