Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Bericht des Vereins Esra [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Vereins „Esra". Der Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien „Esra", Berlin, versendet uns seinen Bericht, dem wir Nachstehendes wörtlich entnehmen: Der Verein „Esra" hat im Jahre 1910 seinen Kolonisationsfonds um mehr als 9000 Mk. verstärken können, so daß dieser gegenwärtig 80000 Mk. übersteigt. Bnei-Jehuda: Trotz vieler Bemühungen konnten die Besitztitel auf die 150 Ha. strittigen Bodens in der Kolonie Bnei-Jehuda nicht erlangt werden. Da diese Besitztitel für eine weitere Aktion in Bnei-Jehuda unumgänglich sind, müssen wir mit der Sanierung dieser Kolonie uns noch weiter gedulden. An Siedlung von Arbeitern: Dagegen haben wir im Berichtsjahre den schon im Jahre 1909 gefaßten Plan, die bereits bestehenden Ansiedlungen in Palästina zu konsolidieren und ihnen die noch fehlende breite unerschütterliche Grundlage zu verleihen, weiter gefördert und zu einem gewissen Abschluß gebracht. Dieser Plan ging dahin, jüdische Landarbeiter in den bereits bestehenden Kolonien anzusiedeln, und so den jüdischen Bauern Palästinas zu ermöglichen, im Bedarfsfälle jüdische Arbeitshände zu beschäftigen. Erst wenn dieses ohne große Opfer von Seiten der Kolonisten geschehen kann und sie nicht mehr gezwungen sind, jahraus jahrein Tausende von Nichtjuden zu beschäftigen, werden die jüdischen Kolonien des Heiligen Landes wirklich jüdisch werden und eine breite Basis für die Ansiedlung neuer Auswanderer aus Rußland und Rumänien abgeben können. Kafr-Saba: Nach langen Verhandlungen mit der Anglo-Palestine Comp, in Jaffa einerseits und den jüdischen Besitzern des Bodens von Kafr-Saba andererseits haben wir der Bank im Februar 1911 22.000 Francs überwiesen. Mit dieser Summe sollen in genannter Kolonie 12 jüdische Arbeiter auf rationeller wirtschaftlicher Grundlage angesiedelt werden. Chederah: Einen weiteren Schritt auf diesem Wege hat der Verein „Esra" in der Kolonie Chederah zu tun beschlossen. Wir hoffen, in diesem Jahre noch in der etwa 3600 Ha. umfassenden Kolonie bis 20 jüdische Arbeiter anzusiedeln. Da die Gesundheitsverhältnisse in Chederah noch manches zu wünschen übrig lassen, so sollen da zunächst eine ärztliche Station gebaut und eine Wasserleitung angelegt werden. Das ganze Unternehmen dürfte eine Ausgabe von 60.000 Francs erfordern, von denen etwa 40000 voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres verausgabt werden dürften. Vom Hilfsverein der Deutschen Juden. In einem Referat, welches Herr Dr. Paul Nathan in der Generalversammlung des Deutschen Hilfsvereins (am 10. März 1. J. erstattete), gab derselbe in großen Zügen einen Ueberblick über das Schulwerk des Hilfs- 159