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Palästina · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 151

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1911-01-01
Page
Seite 151 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Leon Chasanowitsch: Die Krise der jüdischen Kolonisation in Argentinien. (Jüdisch-deutsch.) Die Broschüre, die den Ton einer agitatorischen Kampfschrift an sich trägt, ist als Resultat einer längeren Reise durch das Kolonisationsgebiet entstanden, während welcher der Verfasser durch seine agitatorische Tätigkeit mit der Verwaltung in scharfe Konflikte gekommen ist. Erscheint uns manches stark rhetorisch übertrieben, so ist andrerseits die traurige Lage der argentinischen Kolonien, durch ein schlechtes Verwaltungssystem verursacht, männiglich bekannt und wird hier nur durch einige schlagende Fakten erhärtet. Insbesonders gehört dazu die Unmöglichkeit, vor einem Aufenthalt von 25 Jahren zur Selbständigkeit des Besitzes zu gelangen, dann die völlig zerstreute Anlage der Kolonien, welche jede gesellschaftlich-kulturelle Entwicklung unterbindet. Ein Kapitel ist der Frage der Eignung des jüdischen Kolonistenmaterials gewidmet. Wenn auch, hier vielfach übers Ziel geschossen und alle mitgebrachten Fehler nur einfach als Anlagen höherer Tüchtigkeiten betrachtet werden, so ist es jedenfalls richtig, daß bei Menschen, welche den Entschluß eines landwirtschaftlichen Lebens einmal aufbringen können, die stärkere Intellektualität der Landwirtschaft förderlich sein könne. Zum Schluße entwickelt der Verfasser einen Reformplan, welcher darin gipfelt, daß die Ica eine Art Parzellierungsbank gründe, daß jene Kolonisten, welche einen Teil des Bodenpreises aufbringen, sofort freie Eigentümer und Hypothekenschuldner werden und daß für den Betriebskredit Kreditvereine gebildet werden. Die Ausführung seines Reformplanes erwartet der Verfasser von der Unterstützung einer bereits beginnenden Unabhängigkeitsbewegung unter den Kolonisten. Die kritischen Verhältnisse der Kolonien sollen durch eine öffentliche Untersuchungsexpedition festgestellt werden. Karl Baedeker: Palästina und Syrien (Verlag Karl Baedeker, Leipzig, 1910.) In siebenter Auflage liegt das bekannte Handbuch vor uns, das im allgemeinen an wissenschaftlicher Gründlichkeit und peinlicher Ausführung aller Einzelheiten die ähnlichen Werke in deutscher Sprache wohl weitaus übertrifft. Dies beweist schon die fast 100 Seiten starke Einleitung, welche über Art und Sitte der einheimischen Bevölkerung manches Wertvolle und u. a. auch einen kurzen geschichtlichen Abriß enthält. So sind auch an den einzelnen Stellen sehr viel ethnologische und historische Tatsachen beigebracht. Gegenüber früheren Auflagen weist diese mehrfache Ergänzungen auf, welche teilweise durch die politischen Veränderungen, verbesserte Verkehrsverhältnisse usw. bedingt sind, teilweise durch die an mehreren Punkten des Landes weiter gediehenen Ausgrabungen. Außer Mesopotamien und Babylonien ist die Insel Cypern (S. 363—378) nebst einer Kartenskizze in das Handbuch neu aufgenommen worden. Besonders wertvoll erscheinen, was Palästina selbst betrifft, manche Angaben über die verhältnismäßig wenig besuchten Gegenden Galiläas und des Ostjordanlandes, besonders ausführlich ist die Schilderung Jerusalems und seiner christlichen und mohammedanischen Merkwürdigkeiten. Dankenswerterweise erscheint die Kartenskizze von Jaffa nun doch auf die neuen Stadtteile erweitert. Auffallend ist es, daß die jüdische Ansiedlung, sowohl, der Städte als des Landes — von der allgemeinen Erwähnung der Einleitung abgesehen — fast nur in ganz einzelnen Bemerkungen erwähnt wird, so daß hier der Reisende, um ein objektives Bild Palästinas zu bekommen, durch persönliche Erkundigung nachholen muß, was ihm der Führer versagt. / Von der Chalukah. Zu der unter diesem Titel in Nr. 3 enthaltenen Notiz erhalten wir von Herrn Jacob Strauss, Frankfurt am Main, eine Richtigstellung. Herr Strauss sagt darin, daß von den 61.000 Gulden, welche die Chalukah-- 151

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