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Palästina · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Frauenarbeit
Date
1911-01-01
Page
Seite 124 (sequence 1)
Language
German
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Frauenarbeit. Der „Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" versendet einen Bericht über das dritte Jahr seines Bestandes. Mit den geringen Mitteln, welche dem Verbände zu Gebote stehen, konnte derselbe natürlich keine so großzügige Tätigkeit entfalten, als sie für diesen Zweig jüdischer Arbeit in Palästina möglich und wünschenswert wäre. Die Tätigkeit des Verbandes bezieht sich zunächst auf Krankenpflege, indem der Verband neuerlich die Anstellung einer europäisch geschulten Schwester am Jaffaer Krankenhause bewirken und zur Errichtung eines Krankenhauses in Haifa eine beträchtliche Summe bereits aufbringen konnte. Von der Moskauer Ortsgruppe des Verbandes wurde im Hospital in Jaffa eine Wöchnerinnen- und R^konvaleszentenstube eingerichtet. Außerdem wurden vom Verbände zwei Spitzenateliers eingerichtet, welche außer dem wirtschaftlichen vor allem erziehliche Zwecke verfolgen: eines in Jaffa, das andere in den Räumen des „Bezalel" in Jerusalem. Die beiden Ateliers werden zusammen von etwa 80 Mädchen besucht. Eine dritte Schule soll gleichfalls aus den Mitteln der Moskauer Ortsgruppe, in Tiberias eingerichtet werden. Von weiteren Plänen schweben dem Verbände vor allem die Gründung einer Garten- und landwirtschaftlichen Schule vor, ferner Ausbildung von Gemeindeschwestern, ein Heim für Krankenpflegerinnen, ein Atelier für Weißwäsche, die Unterstützung von Arbeiterhäusern und -Küchen in den Kolonien. Die Bilanz verzeichnet 16.076 Mark an Einnahmen und Ausgaben. In Anbetracht der äußerst geringen Beteiligung ganzer Ländergruppen und in Anbetracht des Umstandes, daß dieses Gebiet doch für die meisten jüdischen Frauen die einzige Tätigkeit der Förderung palästinensischer Entwicklung darstellt, wäre wohl eine beträchtlich größere Teilnahme an dem Verbände nur wünschenswert. Auszug aus den Statuten: § 1. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina •erstrebt eine gemeinsame Arbeit aller Jüdinnen, um Einrichtungen zur Besserung der sozialen Notlage der Juden in Palästina zu schaffen. Insbesondere sollen diese Einrichtungen den jüdischen Frauen und Kindern zugute kommen. § 2. Der Verband hat seinen Sitz in Berlin. § 5. Die Mitgliedschaft wird erlangt durch Zahlung eines jährlichen Beitrages von mindestens 3 Mark. Ein einmaliger Beitrag von 100 Mark gibt das Recht zur immerwährenden Mitgliedschaft. Geldsendungen beliebe man mit der Bezeichnung „Frauenverband für Palästina" zu richten an das Bankhaus A. H. Heymann & Co., Berlin NW., Unter den Linden 59. Zuschriften sind erbeten aus Deutschland an Frau Betti Leszynsky, Berlin W., Bayreutherstr. 36; aus den übrigen Ländern an Frl. stud. med. Resa Hirsch, Berlin NW., Flensburgerstr. 12. 124

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