Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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in der armen jüdischen Bevölkerung Jerusalems nach sich zog, wird geplant, die aschkenasische Bewohnerschaft Jerusalems zu einer regelrechten Gemeinde mit geordneter Verwaltung zu vereinigen. Insbesondere soll an. Stelle der bloß humanitären Organe ein gewähltes Vorstandskollegium (Woad Hair) treten. — In Jemma wurde neuerdings ein jüdischer Wächter von Arabern ermordet. Es ist dies der sechste Fall in Galiläa in den letzten drei Jahren. Zur Erinnerung an diese Opfer der Ischub beabsichtigen die Schriftsteller in Palästina eine Denkschrift herauszugeben, mit dem Namen „jiska". — Herrn Dr. Schemarjah Lewin ist es gelungen, während seines Aufenthaltes in Amerika, für das jüdische Technikum in Haifa 370.000 Dollar an Spenden und Jahresbeiträgen aufzubringen, darunter 215.000 Dollar Stipendiengelder für mittellose Zöglinge. — Wie verlautet, soll nach dem Muster von Tell-Awiw in Jerusalem ein neues jüdisches Gartenstadtviertel an der Straße nach Betlehem errichtet werden. — In Jaffa erscheint, von Jos. Beikind herausgegeben, eine neue, den Angelegenheiten der Kolonisation gewidmete Monatsschrift, „Hameir". X Aus Jerusalem. Wie bereits berichtet, steht eine Reihe öffentlicher Arbeiten in Jerusalem zur Diskussion, wenn auch deren Vergebung nach dem neuesten Erlaß des Ministeriums für öffentliche Arbeiten una nicht der Gemeinde zusteht. Bezüglich der Frage der Wasserleitung hat man lange darüber diskutiert, ob man ein Aequadukt bis zum Wadi el Arrub (auf dem Wege nach Hebron) bauen soll, wie es die Einheimischen wünschen, oder ob nach dem Projekt der Firma Carl Francke, Bremen, die Wässer des Wadi Fara (nördlich von Jerusalem) benützt werden sollen. Ersteres Projekt ist weniger kostspielig, da die Wässer des Wadi Fara erst mit Pumpen in die Höhe gebracht werden müssen, anderseits aber ist das Wasser des Wadi el Arrub nicht nur ungenügend, sondern teilweise auch sumpfig, so daß man sich doch für das Bremer Projekt aussprach. Alle Teile der Stadt und der Umgebung würden dann auch Kanalisation erhalten. Die alte Stadt besitzt zum Teile eine solche, die ins Kidrontal mündet, aber sie ist fast vollständig zerstört. Das neue Projekt will gleichfalls einen Teil ins Kidrontal leiten, einen anderen in die Nähe des Kreuzklosters. Für die elektrische Trambahn hat man vier Haupt- und zwei Nebenlinien vorgesehen. Die erste Linie soll vom Jaffator ausgehen und nach Betlehem führen, die zweite soll längs der Jaffastraße bis zur Stadtgrenze traciert werden, die dritte wird ungefähr von der großen jüdischen Ansiedlung Meah Schearim bis zum syrischen Waisenhaus führen, die vierte beim Damaskusthor beginnen und längs der Straße von Nablus ziehen. Von den Sekundärlinien soll eine die deutsche Kolonie durchqueren und bei der neuen griechischen Ansiedlung enden, die zweite soll von der Davidsstraße zum Tempelplatz führen. Diese letztere Linie wird einige bauliche Schwierigkeiten verursachen. Um die Ausführung bewirbt sich eine französische Gesellschaft. Die Beleuchtung der Stadt, speziell in den Straßen, war bisher sehr mangelhaft, wenn auch in letzter Zeit die Regierung auf den öffentlichen Plätzen ebenso wie in Jaffa „Lux"-Lampen aufgestellt hat. Aber zweifellos würde eine elektrische Beleuchtung viel besser sein. 116