Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension] / E. M.
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechung. Agricultural and Botanical Explerations in Palestine by Aaron A a r o n s o h n. Dem Bureau für Pflanzenbau des Ackerbauministeriums -der Vereinigten Staaten legt Aaronssohn in übersichtlicher Weise Resultate langjähriger Erfahrungen und Beobachtungen in Palästina vor, über einheimische Kulturpflanzen, deren manche zur Einführung in verschiedenen Gebieten des klimatisch ähnlichen Kalifornien empfohlen werden. Die Pflanzen werden hauptsächlich ihren ökologischen Bedingungen, ihrer spezifischen Eigenart und wirtschaftlichen Verwendung nach kurz charakterisiert. So wird die landesübliche Bezeichnungs- und Verwendungsweise vor allem mitangeführt. Behandelt werden die Zizyphusarten, die Pistazienbäume, die Kreuzdomarten, welche alle mehr oder weniger genießbare Fi üchte liefern. Von unseren Obstarten finden sich in verschiedenen, wenn auch nicht veredelten Varietäten Pflaumen, Birnen, Aprikosen (arab. „Mischmisch* genannt) und Quitten. Als charakteristische Landesfrüchte erscheinen Granatäpfel, Oliven, Feigen und Datteln. Durch besonders treffliche Sorten des Granatapfels zeichnen sich seit altersher Gaza und Er-Reineh zwischen Nazareth und Tiberias aus. Der Oelbaum ist durch seine Lebenszähigkeit und Widerstandskraft berühmt, er gedeiht von dem tiefen Jordantal mit fast tropischem Klima bis zu den Schneehöhen des Hermon und Libanon. Eine Art des Feigenbaums im botanischen Sinne ist auch die Sykomore, die auf reinem Sandboden gedeiht. Die Palme ist in Palästina sehr zurückgegangen und bedarf zur Ausreifung eines eigentümlichen Mittels: die Araber umwickeln nämlich die Fruchtzweige mit in Essig getränkten Tüchern. Die Orange, bekanntlich die wichtigste Exportfrucht des Landes, ist nicht endogen, sondern scheint erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingeführt worden zu sein. Einheimische Traubensorten, zumeist zur Rosinenbereitung verwendet, gedeihen im größten Maße bei Hebron und bei Es-Salt im Ostjordanlande. Von niedrigen Sträuchern und Kräutern werden besonders die Leguminosen hervorgehoben: vor allem der Johannisbrotbaum und die Kichererbse (Weidepflanzen, wie die Lupine, dürften wohl für den Zweck der Abhandlung nicht in Betracht kommen), dann die Melonen und einige Heilpflanzen. Ohne jede Pflege ist der Sesam weit verbreitet, der fast durchwegs erst nach dem letzten Regen angepflanzt wird. Sein Oel findet allenthalben Verwendung. Sehr merkwürdig ist die große örtliche Differenzierung mancher Pflanzensorten, für die der Weizen als Beispiel gegeben wird. Im allgemeinen hält Aaronssohn, gegenüber der bisherigen Gepflogenheit, einer mechanischen Einführung europäischer Kulturpflanzen die vorherige gründliche Beobachtung der bereits im Lande verbreiteten Kulturpflanzen sowie der natürlichen Vegetation des Landes für sehr wichtig. Des weiteren wird ausführlich die Frage der wilden Urformen der Getreidearten im Anschluß an die Entdeckung des Urweizens behandelt, worüber in Nummer 1/2 eine kurze Uebersicht gegeben wurde. E. M. Zeitschrift des deutschen Palästinavereines. (Leipzig, Verlag Hirsich) Bd. XXXIV, Heft 1. In diesem Heft beginnt eine Uebersicht über die in Palästina vorkommenden Pflanzen, zusammengestellt von J. E. Dinsmore in Jerusalem, unter Zugrundelegung der Florenwerke Boissiers und Posts und auf Grund langjähriger eigener Sammlungen. Von Prof. Dalman, Jerusalem, sind landesübliche arabische Namen derselben beigefügt. Weitere Aufsätze behandeln zumeist topographische Fragen: über das Prätorium des Pilatus, über die Lage der alten Philisterstädte Gath und Aseka und einen antiken Friedhof in Bet-Ras (Kapitolios) im Ostjordanlande. \