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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die Auswanderung nach Palästina über Odessa im Jahre 1910 [Nachricht]
Date
1911-01-01
Page
Seite 83 (sequence 2)
Language
German
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Um ein richtiges Bild von dieser Auswanderungsbewegung zu bekommen, wird es angebracht sein, das Zahlenverhältnis der verschiedenen Kategorien untereinander und die diesbezüglichen Aenderungen, die im Laufe des Berichtsjahres eingetreten sind, hervorzuheben Im allgemeinen ging im abgelaufenen Jahre die Auswanderung nach Palästina zurück. Insgesamt reisten im Laufe des Berichtsjahres mit Hilfe des Odessaer Informationsbureaus nach Palästina 1979 Personen (gegen 2459 im Vorjahre). Folgende Umstände verursachten den Rückgang der Auswandererzahl: a) die schwierigen und umständlichen Quarantänebedingungen, denen die russischen Schiffe im Laufe von mehr als sechs Monaten unterworfen waren; b) die damit zusammenhängende Erhöhung der Fahrkartenpreise um zirka sechs Rubel pro Karte; c) weil die Behörde dieses Jahr aufgehört hat, den Juden Pilgerpässe für Palästina auszustellen, so daß nunmehr für die Palästinareise der gewöhnliche, sehr kostspielige Auslandspaß erforderlich ist. Von den 1979 Personen waren 1253 männlichen Geschlechts - - 65% und 726 weiblichen Geschlechts 35%. Dem Alter nach lassen sich die Reisenden folgendermaßen einteilen: Kinder unter 15 Jahre 410 21%. (wie im Vorjahre); Personen von 15 bis 30 Jahren 425 22% (gegen 28% im Vorjahre); von 30 bis 50 Jahren 547 22% (gegen 21%); ältere Personen von 50 Jahren ab 606 30% (wie im Vorjahre). Auskunft über ihren Beruf, bezw. über ihre Beschäftigung erteilten 619 Personen 32% aller Passagiere (gegen 37% im Vorjahre); darunter waren Handwerker, Arbeiter und Ackerbauer 260 43% (gegen 47%); Handelsleute und Gewerbetreibende 184 29% (gegen 37%); Vertreter der liberalen Berufe 175 28% (gegen 17%). Ueber ihre Vermögensverhältnisse erteilten Auskunft 213 Personen,, deren Vermögen insgesamt 1,125.000 Rubel betrug. Auch bezüglich des Zwecks der Reise sind im Berichtsjahre beträchtliche Aenderungen der Zahlenverhältnisse eingetreten. Zwecks Niederlassung reisten im Laufe des Jahres 1472 Personen 75% (gegen 65% im Vorjahre); zu dauerndem Verbleib aus religiösen Motiven („um die letzten Lebensjahre im heiligen Lande zuzubringen4*') 151=8% (gegen 21V2%); zeitweilig als Touristen um Verwandte zu besuchen, geschäftshalber u. dgl. 264=13% (gegen 9%); um eine Lehranstalt zu besuchen, 46 2Vo% (gegen 3%%); zur Kur 21 1% .(gegen V2%). Der Herkunft nach lassen sich die Reisenden wie folgt einteilen: Palästinenser (meist russische Juden, die sich in Palästina niedergelassen hatten und nun in Familienangelegenheiten, oder geschäftshalber nach Rußland gekommen waren) 164 8% (gegen 7%); aus Südrußland 743 38% (gegen 31 V»%); aus Lithauen 462 22% (gegen 25Vs°/o); aus Polen 232 11% (gegen 19%); aus Bucharah 215 11% (gegen 7%); aus dem Kaukasus 68 4% (gegen 5%); aus Persien 19 1% (im Vorjahre keiner); aus verschiedenen Bezirken außerhalb des Ansiedlungsrayons 69 4% (wie im Vorjahre); aus dem Auslande 18---1%. Was den Zielpunkt der Reise anbetrifft, so gaben an: Jerusalem 529 26% (gegen 36%); Jaffa 856 42% (gegen 43%); Haifa 53 3%. (wie im Vorjahre); Beirut 36 2% (gegen 2%%): die Kolonien 496 24% (gegen 12%); Saffed und Tiberias 47 3% (wie im Vorjahre). Auf Einladung in Palästina ansäßiger Verwandter reisten im Laufe des Jahres nach Palästina 588 Personen =30% (wie im Vorjahre). Im Laufe des Jahres gingen beim Informationsbureau 2210 Briefe ein. Den Inhalt dieser Briefe bildeten Anfragen über die Reise, die Möglichkeit der Niederlassung, Handel, Industrie, Handwerk, Ackerbau, Schulwesen in Palästina u. dgl. mehr.. * * * S3:

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