Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Gemeindeorganisation [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Interesse nicht nur ein erhöhtes eingehendes; Studium, sondern auch einen stetigen Kontakt mit den gesetzgebenden Faktoren nötig macht. Um den durch die neugeschaffene Lage der Dinge gestellten Anforderungen nach jeder Hinsicht genügen und gerecht werden zu können, hat das das Kolle] der aschkonasischen Gemeinden in Jerusalem den Entschluss gefasst, durch eine allgemeine Wahl, zu welcher alle männlichen Mitglieder vom 20. Lebensjahre an berechtigt sind, für eigene Entlastung einen Beirat von 7 unbescholtenen angesehenen und verständigen Mäuueru zu schaffen, welchem ausschliesslich die Vertretung und Regelung der Rechte und Pflichten der aschkonasischen ottomanischen Bürger gegenüber der türkischen Regierung obliegen soll. An der Schaffung einer solchen Organisation beteiligen sich auch lebhaft die Zionisten, ein Beweis mehr für die Unwahrheit der neuerdings von Leroy-Beaulien in der „Revue •des deux des Mondes" und aus Allianzkreisen mehr unverständiger als böswilliger Weise -erhobene Beschuldigung, dass der Zionismus auf das Verhältnis der Juden zu der türkischen Regierung schädigend wirke. Nicht nur die Juden hier kennen den Wert des Zionisten, sondern auch die türkische Regierung lernt. dieselben , immer mehr schätzen und glaubt der Versicherung, dass sie unter all den verschiedenartigen divergirenden Volksteilen, welche die Monarchie bilden, keine loyalere und zuverlässigere Elemente besitzt als die Vertreter des Zionismus. , Krankenpflege. In Deutschland weiss es jedes Kind, dass die Krankenpflegerin Fähigkeiten besitzen rnjuss. Hier in Palästina steckt man jedes erst beste weibliche Wesen in ein Krankeinhaus. Sind solche Menschen vielleicht imstande, zu. einer Operation vorzubereiten, oder gar eine Narkose auszuführen? — Es kann auch in keinem jüdischen Krankenhause in ganz Palästina operiert werden, weil weder Asepsis noch genügend ausgebildete Personen in den Anstalten vorhanden sind. Eine rühmliche Ausnahme bildet, wie bereits erwähnt, das Schaare Zecek Hospital, Hier wird genau mit derselben Asepsis wie in Europa operiert. Natürlich ist diese korrekte Arbeit mit Riesenkosten verbunden, denn nicht allein, dass beinahe alles, was im Krankenhuse nötig ist, aus Europa kommen muss. Sogar, wenn ein kleines Instrument vernickelt werden .muss, oder sonst schadhaft geworden ist, muss dasselbe nach Deutschland zur Reparatur geschickt werden. Es gehört viel guter Wille und Ausdauer dazu, um unter solchen Verhältnissen zu arbeiten. Deshalb könnten Verständnis und materielle Unterstützung gar wohl anmuten. — Zumal das Krankenhaus nicht allein für Jerusalem da ist. Denn permanent wird das Krankenhaus von Jaffa und Kolonien frequentiert. Jaffa nebst Kolonien kommen der Anstalt beinahe teurer zu stehen als Jerusalem selbst. Denn meistens sind es schwere chirurgische Fälle, die man einliefert. Nicht selten aber auch bringt man einfache Fieberanfälle angeschleppt. Am zweiten Tag Rosch-Haschana wurde sogar ein Kind mit Husten aus Jaffa nach dem* Sehl Z. H. gebracht. Am ersten Tag 240