Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Häuserbau [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Häuserbau. Auf der hinter dem Bezalel gelegenen Anhöhe ist kürzlich der Grundstein zu einer neuen jüdischen Häuserkolonie gelegt worden. Für den Anfang sollen 30, später bis zu 200 Häuser errichtet werden, zu deren Bau oder Erwerb die Gesellschaft „Gemileth Chessed" Anleihescheine ausgibt. Die religiöse Zeremonie der Grundsteinlegung vollzog der greise Ober-Rabbiner der aschkenasischen Gemeinden Sallant. Fremdenverkehr. Jerusalem beginnt erfreulicherweise mehr und mehr auch das wSommerreiseziel zu werden. Es sind allerdings weniger fashionable Touristen als fromme Pilger und Geschäftsleute, welche die erhöhten Strapazen einer Sommerreise nach Palästina nicht scheuen, Es sind demgemäss auch mehr die katholischen Hospize und Klöster, welche in der zweiten „Saison" eine gute Ernte machen, aber doch ist auch der allgemeine' Gewinn, Welchen solch unerwartete Besuche noch bringen, wenn der Hauptrummel" schon vorüber ist, nicht gering anzuschlagen. Die Stiefelputzer, die Eseltreiber, [die Fuhrleute, die Fremdenführer, die Geldwechsler, die Gemüsehändler, die <Metzger, die Geschäftsleute, die Kaffee- und Bierwirte machen unter der schweisstropfenden Stirn ganz vergnügliche Gesichter. So kam gerauem Zeit nach Ostern noch eine grosse französische Pilgerkarawane und nach derselben noch eine grössere spanische, welche sich nahezu drei Wochen in Jerusalem aufhielt. Zudem wird jetzt auch bald die mit jedem Jahr beträchtlichere Dimensionen annehmende österreichische Pilgerfahrt erwartet. Ein ganz eigentümliches Gepräge gab in tiiesen Sommertagen dem gewöhnlichen Strassenbild von Jerusalem der fBesuch von mehreren hundert englischen, amerikanischen, französischen, deutschen und holländischen Matrosen, welche die jüngsten politischen Vorgänge, in die türkischen Gewässer und von den Hafenstädten auch etwas ins Innere des Landes geführt hatten. Der amerikanische Zionist, Prof. Dr. Gottheil aus New-York, welcher für die Dauer eines Jahres als Leiter des von den amerikanischen Universitäten in Jerusalem unterhaltenen, archäologischen Instituts erwählt worden ist, wird es sich zur Aufgabe machen, neben Erfüllung seiner nächstliegenden Pflichten auch die polirischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse des Landes während seines persönlichen Aufenthaltes in demselben eingehend zu studieren, so dass man von der Periode seiner Geschäftsführung auch für den allgemeinen Fortschritt und die Initiative mancher heilsamen Anregungen und Unternehmungen das Beste hoffen darf. Gemeindeorganisation. Mit dem Eintritt der neuen Verfassung sind für alle Volks- und Religionsgesellschaften bisher ungeahnte und ungekannte Fragen, Probleme und Aufgaben entstanden, deren glückliche Lösung im wohlverstandenen eigenen 239