Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Chaluka-Reform [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Chalukah-Bureau als unter der den tsch-jüdischeii Jugend einen freudigen Widerhall gefunden. Eine grosse Auswahl junger Leute, welche bisher bei der Verteilung der Chalukah ganz leer ausgingen, verlangen, dass die Armengelder, an welchen sich einige bevorzugte und gänzlich unbenötigte Familien jahrzehntelang bereichert haben, endlich dazu verwandt werden, um dem jüdischen Nachwuchs zu einem ehrbaren, geachteten und selbstbefriedigenden Dasein zu verhelfen, sei es durch Begründung eines seinen Mana ernährenden Hadwerks oder noch lieber durch Anlegung einer gemeinsamen landwirtschaftlichen Kolonie. Bekanntlijch. sind auch unter der ungarischen Chalukajugend ähnliche Bestrebungen im)!Gange, welche zu der Gründung -eines Vereins Nehillath Jakob geführt haben mit dem eifrig verfolgten Zweck, in der Nähe von Jerusalem, vielleicht bei dem Wasserzeichen, nur eine gute Stunde von Jerusalem entfernten und aus der Gesdftirchte des Aufstandes unter Bar Kochba bekannten BiMrtis eine neue landwirtschaftliche Kolonie zu schaffen. Auch; die ungarische Jugend verlangt, dass ein guter Teil der bisher ganz unsinnig- und zwecklos vergeudeten Chalukah für die Förderung ihrer, lobenswerten Bestrebungen verwendet wird, findet aber leicht begreiflicherweise an jden orthodoxen fanatischen Rabbinern, welche auf die JChalukahgelder die Hände gelegt haben, heftigen Widerstand. Religiöse Motive sind es gewisslich nicht, welche diese Herren zu ihrer veranlassen, denn gerade unter der ungarischen Jugend, welche sich nach Freiheit, nach Licht und *Luft und einem menschenwürdigen Dasein sehnten, gibt es viele recht bedeutende Thora- und Talmudkundige und religiös sehr ernst gerichtete Männer, welche kein idealeres Ziel kennen als Jischub Erez Jerael mit dem Studium der Thora und der Hochhaltung der religiösen Tradition zu verbinden. Da wäre denn sichon für die deutsche und ungarische Cha lukaverwaltung eine Gelegenheit für die als notwendig erkannte planmässige Zusammenarbeit geboten, um dem gleichartigen Verlangen der deutschen und ungarischen Jugend Rechnung zu tragen und dadurch allmählich die Chalukah ganz überflüssig; ziu machen, joder sie doch' nur für ganz arme, alte, gebrechliche und kranke »Personen zu reservieren. Nur auf dem Wege des Zusammenschlusses aller Länder und der Abführung der Jugend und jungen Mannschaft aus den von der Chalukah errichteten, dumpfen, eintönigen und eng zusammengepackten Häuserkasernen in der Stadt hinaus aufs freie, kräftigende und ernährende Land liegt die Rettung, ohne welche Tausende von jüdischen Existenzen elend dahinsiechen und verkümmern müssen. Das scheint jetzt auch die lobenswerte Maxime der neuen Türkei ziu ^ein. Ein -behördlicher Erlass verbietet den Haus- und Strassenbettel und das Herumlungern arbeitsscheuer Nichtstuer auf den Strassen und •Gassen. Solche orientalische Lazaroni sollen von der Polizei aufgegriffea inud zu Steinklopfen, Sandtragen, Wegverbesserung und anderen kommunalen und fiskalischen Arbeiten gezwungen werden, wofür sie eine kleine Bezahlung bekommen. Andere werden zu den Häuser- und Festungsbauten bei der Saba verwendet, wohin dieser Tage erst ein Trupp von ■fjo solche!} y-jBadlainin" abgegangen ist, unter denen sich leider auch zwei Juden befanden. 238