Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Aus Galiläa [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 2)
- Language
- German
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senden Gedeihen. Von den 60 Kolonisten in Rosch-Pinah sind 25 noch wesentlich auf ihre Weinberge angewiesen, die jedoch von der Reblaus bedroht sind. Ein probates Mittel gegen diese Seuche ist die Pfropfung mit amerikanischen Reben. Dieses Mittel, das man z. Zt. auch in Rischon und Sichron anwandte, ist aber viel zu umständlich und kostspielig, um jetzt bei der schlechten Lage des Weinmarktes auch in Rosch-Pinah angewendet zu werden. Wahrscheinlich werden die Reben ausgerodet und durch Mandelbäume ersetzt werden. Es wäre dies umso rationeller, als die in Rosch-Pinah bedrohten Winzer von ihren Mandeln 13,096 Frcs. geerntet haben. Die Einnahmen sämtlicher Kolonisten erreichten im Berichtsjahre 63,030 Frcs. netto bei 144,905 brutto. Durch diesen Erfolg ist der Mut der Kolonisten wesentlich gesteigert worden; namentlich der der jüngeren Generation. Sehr viele Kolonisten bestellen ihre Felder schon selber. Nur müssten sie es nicht nach arabischer Art tun, sondern europäische Pflüge benutzen und ihrem Boden gehörig Dung geben. Auch in Jessod-Hamaaloh hat sich die Lage wesentlich gebessert. Das perniziöse Fieber ist gänzlich verschwunden; die 30 Kolonisten arbeiten fleissig und haben im vorigen Jahre 764 ha gegen 496 i. J. 1907 bestellt. Ihre Einnahmen betrugen 44,426 Frcs. netto, 89,526 brutto. Selbst aus der Kolonie Methule, der nördlichsten jüdischen Ansiedlung Palästinas, kommen jetzt günstige Berichte. Die unablässigen Angriffe der Drusen haben seit 1906 gänzlich aufgehört; die Kolonisten beginnen aufzuatmen und sich materiell und mo^ raiisch sichtlich zu erholen. Ihre Ernte-Einnahmen sind von 12,000 Frcs. im Vorjahre auf 37,678 netto gestiegen und werden noch weiter steigen, da der sumpfige Teil der Kolonie durch Drainage jetzt kulturfähig gemacht worden ist. Bezeichnend für die Verbesserung des bis dahin minderwertigen Menschenmaterials in Methule ist der Rückgang der hohen Produktionskosten von 72 auf 50 Prozent. Man kann daraus ersehen, dass die Kolonisten sich jetzt weniger fremder Arbeiter bedienen und ihre Felder mehr eigenhändig bestellen. Endlich sei noch die Kolonie M i c h mj a r H a j a rid e n mit 19 Bauern erwähnt, welche i. J. 1908 eine gute Ernte gehabt und 12,473 Frcs. netto erzielt haben. Die Kolonie verfügt aber nur über 345 ha Land und wird nicht eher gedeihen, als bis sie durch Landzukauf wesentlich vergrössert sein wird. Ueberhaupt müsste die J. C. A. sich in Palästina überall nach Boden umsehen und dafür sorgen, dass jeder im Lande arbeitende jüdijsche) Bauer seine 30 ha anbaufähigen Getreidebodens erhält. Nur wenn der jüdische Landwirt auch in Palästina Ellenbogenfreiheit bekommt, wird es sich zeigen, welches Land für jüdische Kolonisationszwecke besser geeignet ist, Palästina oder Argentinien. Seit einer Reihe von Jahren hat die J. C. A. ihre Tätigkeit auch auf Jerusalem ausgedehnt. Die von ihr i. J. 1901 daselbst mit einem Kapital von 50,000 Frcs. errichtete Darlehenskasse ist inzwischen durch weitere Zuwendungen und Zinserträgnisse auf 122,613 Frcs. angewachsen. Die i. J. 1900 begründete Häusergruppe „Nachlath Zion" weist 53 Häuser im Werte von 11,176 Frcs. auf, von denen 60,226 bereits zurückgezahlt 231