Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Zahl der jüdischen Arbeiter in Galiläa [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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einige härtere Bestimmungen des Kontraktes, wie z. B. diejenige, dass, falls ein Kolonist stirbt und keinen Sohn hmterlässt, der die Wirtschaft weiter zu führen fähig ist, die Administration das Recht hat, die Erben abzufinden und die Wirtschaft zu annektieren. Die Kolonisten weigern sich nun, die Kontrakte zu unterschreiben, und die Administration beweist ihnen ihren Unwillen dadurch, dass sie die ihnen stets gewährte Hilfe und den Schutz vor der Regierung bis zur Unterschreibung des ,Kontraktes vorzuenthalten beschlossen hat. Die Kolonisten wollen während der Feiertage sich verständigen und durch eine von allen gewählte Kommission der Verwaltung neue Vorschläge unterbreiten. Neue Kolonien» Der jüngste Bericht der Ica (Jewish Colonisation Assoziation) teilt die Begründung von drei neuen kleinen Ansiedelungen im Gebiet von Tiberias mit. Es sind das die Kolonie Attochi mit 243 ha, eine zweite auf dem Boden von Dalaika-Sahu, welche auf 30 Insassen gebracht werden soll, und eine dritte auf dem Stadtgebiet von Tiberias mit 12 (Familien. Die jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung in allen diesen jungen Kolonien beläuft sich bereits auf 605 Seelen. Kafr- Saba. Vor einiger Zeit hat der Palästinarat dem Odessaer Komitee vorgeschlagen, die wenig besetzte Ansiedlung Kafr-Saba dazu zu benutzen, um dort Landarbeiter und Kleinbauern sesshaft zu machen. Das Odessaer Komitee hat jedoch diesen Vorschlag abgelehnt, und nun scheint der Berliner Kolonisationsverein Esra für diesen Plan sich zu interessieren und die Absicht zu haben, durch Gewährung einer Anleihe für die Errichtung von Wohnhäusern und Ställen die Ansiedlung unbemittelten Kolonisten zu ermöglichen. Bei dieser Gelegenheit sollen einige Angaben über die Geschichte dieser Kolonie hier mitgeteilt werden. •Kafr-Saba wurde im Jahre 1894 von einigen Privatleuten gekauft und sodann an den Baron Rothschild verkauft zu einer Zeit, als er bereits aufgehört hatte, neue jüdische Kolonien in Palästina zu gründen. Der Boden umfasst eine Fläche von 7230 Dunam und ist ca. 12 km von Petach-Tikwah entfernt. Der Boden ist nach seiner jetzigen Beschaffenheit fast nur für Pflanzungen, aber nicht für Körnerbau geeignet. Der Baron liess das Land durch Pächter bewirtschaften, hatte aber dabei' stets Verluste, so dass er es gerne aufgeben wollte. Vor fünf Jahren, bildete sich eine Gruppe von Leuten aus Petach-Tikwah und Jerusalem die sich an Baron Rothschild mit der Bitte wandten, ihnen Kafr-Saba zum Preise von 8 Frcs. pro Dunam zu verkaufen, und zwar gegen eine Anzahlung von 2 Frcs. und Abzahlung des Restes in Jahresraten von je 1 Frcs. pro Dunam. Diese äusserst günstigen Kaufbedingungen verlockten jedoch viele, Anteile zu erwerben, ohne dass sie die feste Absicht hatten, dieselben auch selbst zu bewirtschaften. Aus Galiläa. Auch die vier Kolonien Obergaliläas, von denen man bislang zumeist nur Ungünstiges zu erfahren gewohnt war, sind nunmehr im wach- 230