Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie wir hören, will hier der deutsche H otelier sein sehr hübsches ■and vollkommen europäisch geführtes Hotel verkaufen. Hier und in. Rosch Pinah, wo der jüdsiche Wirt sein Hotel in einen nicht zu beschreibenden Zustande verkommen liess, eröffnen sich für Interessenten günstige Aussichten. AUS DEN KOLONIEN Zahl der jüdischen Arbeiter in Galiläa. Die Zahl der Arbeiter in Galiläa hat sich in der letzten Zeit erheblich vermehrt. Vier Monate vor dieser Zählung hat es nach Herrn Smeliansky in Galiläa im ganzen nur 70 Arbeiter gegeben, und es liegt die Zeit nicht fern, wo es in Galiläa überhaupt keine jüdischen Arbeiter gegeben hat. Momentan darf man die Zahl der jüdischen Arbeiter in Galiläa auf cä. 200 schätzen. Zum grossen Teile fällt natürlich die Vermehrung der jüdischen Arbeiter auf das Konto der Farm Kinereth, in der allein sich ständig 30 MS40, mitunter auch mehr jüdische Arbeiter aufhalten. Von den Arbeitern stammen 10 aus Palästina, 14 aus Kaukasien, der Rest aus dem europ. Osten. Der Zug des jüdischen Arbeiters nach Galiläa hält fortgesetzt an. Nach den Sukkothfeiertagen will sich wieder eine grössere Gruppe aus Judäa nach GalÜäa begeben. In Galiläa ist zwar der jüdische Arbeiter viel intensiver beschäftigt als in Judäa, da in Judäa der Arbeiter nur eine festbegrenzte 7—8stündige tägliche Arbeitszeit hat, wohingegen er in Galiläa als richtiger landwirtschaftlicher Arbeiter je nach den Jahreszeiten auch viel mehr am Tage zu arbeiten hat und auch in der Nacht häufig das Vieh versorgen muss. Anderseits aber gibt es hier für den Arbeiter wirklich Gelegenheit, den Ackerbau allseitig kennen zu lernen, wohingegen die Ausbildung in den Pflanzenkolonien;n Judäa mehr einseitig bleibt. Die meiste Attraktion aber übt auf die Arbeiter die Hoffnung aus, dass sie in Galiljäa von der Ica kolonisiert werden würden^ Die Ica setzt in der Tat in jedem Jahre eine Anzahl von Arbeitern o»der* Kolonistensöhnen als Pächter auf ihre Besitzungen in Galiläa. Auch in diesem Jahre werden über 20 neue Kolonistenstellen in Kinereth, Mizpeh, Beethdagan u. a. geschaffen werden. Der junge Kolonist erhält ca. 250 Dunam Land, ein Haus, ferner ca. 2500.— Frcs, zum Ankauf von Inventar. Die Abzahlungsbedingungen sind recht günstig. In den ersten Jahren gelten die jungen Kolonisten nur als Pächter. Mit diesem neuen Elemente macht die Verwaltung der Ica jetzt recht gute Erfahrungen, die sie im allgemeinen zur Ausdehnung ihrer Kolonisationstätigkeit ermuntern. Dagegen sind jetzt sehr gesapnnte .Verhältnisse zwischen der Administration und den ältern Kolonisten. Diesen wurde nämlich in Paris bestimmte Kontrakte zur Unterschrift vorgelegt, auf Grund deren sie sich verpflichten sollen, den Wert des von ihnen besessenen Bodens und des ihnen für die Bewirtschaftung geliehenen .Geldes mit einer 2 proz« Verzinsung im Laufe von 20 Jahren abzuzahlen. Die Kolonisten wollen von einer Verzinsung der Anleihe nichts hören und protestieren gegen 229