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Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 216

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
[Rezension] / O. E.
Date
1909-01-01
Page
Seite 216 (sequence 2)
Language
German
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Der Verfasser hat von 1873—1%77 als Knabe unvergessliche Jahre unter der Obhut der Kolonisten in Haifa und Jaffa verlebt und steHt nun als Ausdruck des Dankes die gerade in der Schweiz wenig bekannte Geschichte der Templersiedelungen bis 1908 objektiv im Abriss dar; als Hauptquelle dienten ihm die 64 Jahrgänge der „Süddeutschen Warte" bezw. „Warte des Tempels", daneben die Selbstbiographie des einen der Führer, Chr. Hoff mann. Was "das Buch im einzelnen bringt, sagt der Untertitel; überzeugt drängt sich beim Lesen die Gewissheit auf, dass volkswirtschaftliche und kulturelle Mission der Templer nimmer so glänzend hätte gelöst werden können, ohne die ernste sittliche Fundamentierung des ganzen Unternehmens. Der jüdischen Kolonisation wird S. 99 f. als einer zum guten Teil durch das Vorgehen der Templer bedingten Wirkung gedacht; unanfechtbar wird der Satz sein: „Mit Interesse , aber neidlos verfolgen die Templer und andere in Palästina angesiedelte Deutsche diese jüdische Einwanderung." Eine willkommene Ergänzung bringt soeben Heft 3/4 der „Mitteilungen und Nachrichten des deutschen Palästina-Vereins" durch den Rückblick von F. Lorch auf die 40 Jahre der deutschen Templerkolonisation. Eine der ersten Triebfedern in der modernen Kolonisationsbewegung Palästinas, die sich vom Jahre 1848 herschreibt, war die Hoffnung, durch das eigene Beispiel die Juden zur Einwanderung anzutreiben; mögen sie jetzt, wo es eines Ansporns von aussen nicht mehr bedarf, doch nicht die Lehren gering? achten, die die Geschichte der deutschen Siedelung mannigfach für sie birgt. O. E, Lic. Dr. Hugo Gressmann, Prof. d. Theol. in Berlin, Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. Berlin 1909. Carl Curtius. 1.80 M. Gressmann, der sich schon durch sein Büchlein über die biblische Bedeutung der Ausgrabungen in Palästinas als ländeskundig ausgewiesen hatte, lenkt die Aufmerksamkeit auf dieimmer mehr in den Vordergrund rückenden Züge der modernen synkretistischen Volksreligion Palästinas, durch die er eine markantere Auffassung der altisraelitschen Volksfrömmigkeit zu gewinnen hofft. Im zweiten Teil erstrebt er den Nachweis, dass Jahve, der Gott Israels palästinische Züge in seinem Wesen trägt und sich in den für Palästina und sein Klima charakteristischen Naturerscheinungen offenbart. Dieser Nachweis bringt natürlich nur, Avas nicht überflüssig zu betonen scheint, die eine und zwar die niedere Seite der israelischen Religion zum Ausdruck. Die Ausführungen zeugen von intimer Naturbeobachtung und sind alles Interesses wert. S. 8—16 gehen auf den Volksaberglauben der palästinischen Juden ein; als Anregung geben wir den Satz weiter; „Wollte man ihre Riten genau durchforschen, so würde man gewiss manche Einzelheit finden, die religionsgeschichtlich von hohem Interesse wäre; denn zweifellos haben auch sie uralte Bräuche ererbt, die mit jüngeren und jüngsten Bestandteilen verschmolzen, ein verborgenes Dasein führen." O. E. Redaktion: Felix Theilhaber, München, Pettenkoferstr. 25. 216 Druck und Verlag von Max Steinebach, München.

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