Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 9-10
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VERSCHIEDENES Im Monat Juli wurden in der Poliklinik des Vereins „Lemaan Zion" 1216 diverse Kranke und 3700 Augenkranke behandelt. In der Augenheilanstall betrugen die Gesamtbehandlungen im Juli 4230; daselbst wurden 16 kleine und n grössere Operationen erfolgreich ausgeführt. In der „Lemaan Zion-Apotheke" wurden 1906 Rezepte ausgefertigt. — Die Generalversammlung des Vereins „Lemaan-Zion" findet am Sonntag, den 12. September ds. Js. nachmittags 5 Uhr, Römerstr. 52, in Frankfurt statt. Verband jü/di scher Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Der Verband erhält über das Wirken der Schwester Tempelmann, die er im vergangenen Jahr an dem Jaffaer Krankenhaus angestellt hat, fortlaufend gute Berichte. Er fährt fort, das Krankenhaus zu unterstützen und hat ihm unter anderm einen Sterilisator geschickt, der ja für ein Krankenhaus unerlässlich ist. . Im Monat März hat der Verband in Jaffa unter Leitung einer tüchtigen Lehrerin einen Handarbeitsunterricht für feine arabische Spitzen eingerichtet, j Die Lehrerin ist den ganzen Tag anwesend um die Lernenden bei der Arbeit zu beaufsichtigen. Der Unterricht schreitet gut fort und es ist berechtigte Aussicht vorhanden, dass sich dort in einiger Zeit eine grössere Spitzenindustrie entwickeln wird, wodurch vielen Frauen und Mädchen ein neuer Berufszweig eröffnet wird. Im Monat April hat es der Verband übernommen, ein junges Mädchen aus Palästina, das zur Krankenpflege ausserordentlich befähigt ist, nach Deutschland kommen zu lassen, um es im Breslauer Krankenhaus auszubilden. Nächstes Frühjahr wird dieses junge Mädchen sein Examen als Krankenpflegerin ablegen, um dann in Palästina wo grosser Mangel an geübten Krankenpflegerinnen herrscht, zu wirken. Vor einigen Tagen erhielten wir aus Jaffa die betrübende Mitteilung, dass seit einiger Zeit dort der Mädchenhandel mit ausschliesslich jüdischen Mädchen stark betrieben wird. Diesem traurigen Handel mit aller Macht entgegenzutreten, ist die nächste wichtigste Aufgabe, die sich der Verband gestellt hat. Für später beabsichtigt der Verband die Gründung einer Haushaltungsschule, doch fehlt es ihm hierzu vorerst noch an Kapital. Herr Prof. Blanckenhorn macht uns auf einen Teil seiner Ausführungen in der Z. v. D. P. V. aufmerksam, den wir als ziemlich selbstverständlich betrachteten, nämlich den, der sich ausdrücklich an die Reichen wendet. Wir bringen ihn gerne noch nachträglich. Der Abschnitt lautet: „Hier hätte ein vermögender Mäcen der Wissenschaft oder ein reicher, sei es für das heilige Land im ganzen oder die Städte Haifa oder Jerusalem im besonderen interessierte Privatmann oder Gesellschaft eine herrliche Gelegenheit, sich selbst und dem Deutschtum durch Finanzierung dieses Unternehmens ein bleibendes Denkmal zu setzen.u Herr Prof. Blanckenhorn teilt uns ferner mit, dass die Aussichten leider in letzter Zeit recht schlecht durch die Errichtung einer seismologischen Anstalt in Beyrut wurden. 214