Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Eine seismologische Station in Palästina?
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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richten. Als Instrumente würden im wesentlichen nötig sein: 1. ein selbstregistrierender Seismometer, 2. eine astro nomische Uhr, 3. irgend ein zur genauen astronomischen Zeit bestimmung dienendes Instrument. Der seismo logisch* Dienst erfordert regelmässig alle 1 oder 2 Tage y2 Stunde ferner jede Woche 1—ly3 Tage Arbeit bestehend in Behand lung der zu den Seismogrammen bestimmten Papiere, Berech nung der Kurven und astronomischen Zeitbestimmungen. Ge wiss gäbe es unter den in Palästina ansässigen Deutschet verständige Personen, die, von jenem Fachgelehrten kurze Zei angeleitet, bald diesen relativ leichten Dienst gegen einen ge wissen Entgelt als Nebenbeschäftigung weiter versehen könn ten, sodass die Anwesenheit des Fachmannes nicht iänger ah Vo, höchstens 1 Jahr erforderlich wäre. Die Kosten für die Instrumente, deren Transport und Auf Stellung sowie für Errichtung eines kleinen Schutzgebäudes und den Gehalt des Fachmannes werden auf 5—6000 Mark ge schätzt. Was den geeigneten Platz betrifft, so kommen meines Er achtens besonders drei in Betracht: die deutsche Kolonie Haifa die Höhe des Karmels hinter Haifa und der Oelberg be Jerusalem. Für die Bewohner Jerusalems bietet dieses Projekt die Aussicht auf eine endliche Regelung ihrer ziemlich verworrenen Uhrverhältnisse, vorausgesetzt, dass jene Station durch einen Telegraph oder Telephon mit der Stadtuhr am Jaffa'toi oder der grossen Turmuhr an der neuen deutschen Marienkirche in Verbindung stände. Die Hauptschwierigkeiten dieses schönen Projektes bildei natürlich dessen Finanzierung. Es ist "mir zunächst gelungen, das Interesse einiger massgebender Vertreter der Erdbebenkunde zu erregen. Herr Prof. G. Gerland aus Strassburg legte den Plan 1906 der permanenten Kommission der internationalen seismologischen Assoziation auf dem Seismologen-Kongress zu Rom mit der Bitte um Unterstützung aus dem internationalen Fonds derselben vor, doch stellten sich infolge Widerspruchs seitens Vertreter anderer Nationen (Engländer (Schwierigkeiten ein, so dass die Assoziation von der Verwirklichung Abstand nahm. , Aber weder Herr Professor Wiechert, einer der bedeutendsten deutschen Erbebenforscher und Erfinder der jetzt meisl benutzten Seismometer, noch ich selbst haben die Hoffnung aufgegeben, dass die Sache doch noch auf die eine oder andere Weise zum erstrebten Ziele führen wird. (Gekürzt nach den Mitteilungen und Nachrichten des deutschen Palästinavereins 1909 Nr. 2.) —— 176